Impfen in ehemaliger Sparkasse

Bremen eröffnet neues Impfzentrum und sucht Personal

Boostern mit dem Wirkstoff Biontech: Ein 24-Jähriger erhält im neuen Impfzentrum in der alten Sparkasse Am Brill eine Auffrischungsimpfung.
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Boostern mit dem Wirkstoff Biontech: Ein 24-Jähriger erhält im neuen Impfzentrum in der alten Sparkasse Am Brill eine Auffrischungsimpfung.

Bremen hat am Freitag sein neues Impfzentrum eröffnet. Bis zu 5000 Impfungen am Tag sind geplant. Es fehlt allerdings an Impfstoff - und an Personal.

Bremen – Bundes-Impfmeister Bremen bleibt am Ball: In nur wenigen Tagen ist das neue Impfzentrum in der ehemaligen Sparkasse Am Brill aufgebaut worden. Unterstützt wird das Gesundheitsressort dabei erneut von Hilfsorganisationen und – was das große Plus an der Weser ist – von der Bremer Wirtschaft. Geimpft wird an sieben Tagen die Woche von 8 bis 20 Uhr. Was dringend gebraucht wird: Personal und Impfstoff.

Gemeinsam mit den Hilfsorganisationen Johanniter-Unfall-Hilfe, DRK und Arbeiter-Samariter-Bund sowie der privaten „Initiative Bremen impft“ haben Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) und Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) das Impfzentrum am frühen Freitagmorgen eröffnet. Bis zu 5 000 Impfungen sind hier täglich auf den insgesamt 35 Impfstraßen möglich, zum Auftakt waren es etwa 1 000. Bernhard rechnet mit einem großen Teil an Auffrischungsimpfungen (Booster), aber auch mit Erst- und Zweitimpfungen. Piksen lassen können sich Bremer und Menschen, die in Bremen arbeiten.

Impfen: Bremen will weiter Dampf machen

Die Senatorin betonte, dass Bremen beim Impfen weiter Dampf machen und sich nicht „auf der tollen Impfquote“ ausruhen wolle. In Bremen sind mehr als 80 Prozent doppelt geimpft, bei den Älteren liegt die Quote über 90 Prozent. Auch die Erstimpfquote ist mit fast 84 Prozent bundesweit Spitze. Für Bernhard ist klar: „Die Impfung stellt den Weg heraus aus der Pandemie dar und ist in der vierten Welle das beste Instrument, um sich vor Erkrankungen zu schützen.“ Das unterstrich auch Bovenschulte: „Impfen ist der einzige Ausweg aus der Pandemie.“ Das Impfzentrum Am Brill sei bei der Strategie ein „ganz zentraler Baustein“. Mit Blick auf eine mögliche Impfpflicht denkt der Bürgermeister allerdings bereits an Ausnahmen aus medizinischen und religiösen Gründen sowie bei Angststörungen.

200 000 Impfungen will Bremen bis Ende des Jahres schaffen. Ob das funktionieren kann, hängt von Unterstützung ab. „Ich brauche unbedingt mehr Personal und Impfstoff“, so Bernhard. Über zu wenig Impfstoff klagen auch andere Länder. Obwohl Noch-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) von reichlich vorhandenem Impfstoff spricht, so scheint der nicht in den Impfstellen anzukommen – zumindest nicht so schnell wie versprochen.

In der früheren Hauptstelle der Sparkasse hat Bremen am Freitag ein neues Impfzentrum eröffnet. Bis zu 5 000 Impfungen am Tag sind hier möglich.

Impfen: Bremen sucht Helfer - auch aus der Kultur

Und woher sollen die fehlenden Helfer kommen? Nun, da appelliert Kultur-Staatsrätin Carmen Emigholz an die Kulturschaffenden, die wegen der Pandemie in ihrer Arbeit immer noch sehr eingeschränkt sind. Emigholz ruft sie zum Mitmachen bei der „Initiative Bremen impft“ auf. Wer sich im Impfzentrum engagieren will, kann sich unter „bewerbung@impfzentrum.bremen.de“ melden.

Das Impfzentrum in der historischen Sparkassen-Halle, die seit dem Umzug des Geldinstituts in den Neubau in Uni-Nähe leersteht, wurde in knapp zwei Wochen eingerichtet. Die Eigentümer, die Schapira-Brüder, stellten Bremen die Immobilie mietfrei zur Verfügung. Die Stadt muss lediglich für Strom, Heizung und Wasser aufkommen. Das Impfzentrum ist täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Erst- und Zweitimpfungen sind ab zwölf Jahren möglich, ab 18 Jahren zusätzlich Auffrischungsimpfungen. Eine Impfung ist nur nach vorheriger Terminvereinbarung unter „www.impfzentrum.bremen.de“ möglich – in den nächsten Tagen ist schon alles ausgebucht, heißt es. Weitere Impfstellen in Bremen gibt es unter anderem im Weserpark, in Mitte (Sögestraße 59) und im Einkaufspark Duckwitz (Duckwitzstraße 55).

Nach entsprechenden Beschlüssen treten am Montag, 6. Dezember, die Veränderungen der Corona-Verordnung in Kraft, die auf das Treffen der Ministerpräsidenten zurückgehen. Selbst, wenn die Inzidenzen in Bremen sinken (wie derzeit), bleibt die Warnstufe 2 in Kraft. Anders als in Niedersachsen, gilt für Einzelhandel (ausgenommen Supermärkte, Apotheken), Gastronomie und Friseure die 2G-Regel – nicht aber 2G-plus.

Bremen: Inzidenzen sinken

Zu den Zahlen: 246 Neuinfektionen wurden am Freitag gemeldet, davon 198 in der Stadt Bremen. Hier sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz von 197,2 auf 193,8, die Hospitalisierungsinzidenz deutlich von 4,77 auf 3,88 (Bremerhaven: 5,3). 80 Covid-Patienten liegen in Kliniken des Landes (Vortag: 71). Ein weiterer Mensch mit dem Virus starb (insgesamt bisher 548).

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