Mal Russland, mal Luxemburg

Wintergäste zum Talk im Goethe-Theater

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer wird demnächst als Wintergast in Bremen erwartet. Ob er im Theater am Goetheplatz dann auch auf einem Tisch Platz nehmen wird, das wissen wir natürlich noch nicht. - Foto: Hentschel/Kaminer
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Der Schriftsteller Wladimir Kaminer wird demnächst als Wintergast in Bremen erwartet. Ob er im Theater am Goetheplatz dann auch auf einem Tisch Platz nehmen wird, das wissen wir natürlich noch nicht.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Sommergäste? Nein, Sommergäste kommen jetzt nicht. Wir haben ja nicht Sommer, sondern Winter. Und so heißt die winterliche Gesprächsreihe mit den beiden Nordwestradio-Moderatoren Katrin Krämer und Otmar Willi Weber eben auch „Wintergäste“.

Vier Wintergäste werden für diese Saison angekündigt – die Gesprächsrunden in Kaffeehaus-Atmosphäre sind nicht beim Sender im Faulenquartier, sondern (wie schon im Sommer) im Foyer des Theaters am Goetheplatz. Talk-Zeit ist dort jeweils von 11 bis 12 Uhr. Publikum ist willkommen. Das Nordwestradio sendet die Gespräche dann leicht zeitversetzt ab 13.05 Uhr. Die Wintergäste kommen jeweils sonnabends ins Goethe-Theater – und zwar am 28. Januar sowie am 4., 11. und 18. Februar.

Zum Auftakt am 28. Januar kommt der Schauspieler Rainer Bock. Der gebürtige Kieler gehört – wie es immer so schön heißt – zu den stillen Stars des deutschen Kinos. Erst mit 50 Jahren zog es den Theaterschauspieler, der jahrelang Mitglied des Ensembles des Bayrischen Staatsschauspiels war, zum Film. Dort schaffte er 2009 mit Michael Hanekes Oscar-nominiertem Vorkriegsdrama „Das weiße Band“ den Durchbruch.

Auch in späteren Rollen, wie als Stasi-Offizier in „Barbara“ an der Seite von Nina Hoss, zeigte Bock die Abgründe seiner Figuren, ohne sie dabei zu dämonisieren. Es folgten etliche weitere Rollen – auch in internationalen Produktionen mit Größen wie Steven Spielberg und Anton Corbijn. Und auch in diesem Jahr wird es einiges von Rainer Bock zu sehen geben. Der hochkarätig besetzte BBC-Mehrteiler „SS-GB“ entwirft das Horrorszenario, wie London aussähe, wenn die Nazis den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätten. Und schon am 12. März spielt Bock im neuen Radio-Bremen-Tatort „Nachtsicht“.

Zweiter Wintergast ist am 4. Februar Barbara Kostolnik, die seit 2014 für den ARD-Hörfunk aus Paris berichtet. „Ein Traumjob für die Journalistin, die schon als Schülerin in der Bretagne Schnecken kostete und später in Marseille studierte. Seit ihrem Amtsantritt hat sich Frankreich aber verändert“, heißt es in einer Vorschau. Der Terror, der Aufschwung der Populisten – Kostolnik werde bei ihrem Bremen-Besuch erzähln, „was sich im Alltag der Franzosen verändert hat“.

Politisch wird es auch am 11. Februar. Jean Asselborn, „Außenminister mit gewichtiger Stimme aus einem der kleinsten Länder Europas“, wird dann im Goethe-Theater erwartet. „Er ist berühmt und manchmal berüchtigt für seinen Klartext auf der diplomatischen Bühne, wie bei seiner Kritik an Mauern und Zäunen gegen Flüchtlinge“, so eine Ankündigung. „Der leidenschaftliche Europäer kommt 1949 im luxemburgischen Steinfort in einer Stahlarbeiterfamilie zur Welt – eine Prägung fürs Leben, die ihn früh in die sozialdemokratische Letzeburger Sozialistische Arbeiterpartei führt und die ihm bei seinem Weg über Jurastudium und Bürgermeisterposten bis zum Außenminister wichtig geblieben ist.“ In Bremen wird er über Politik und Europa sprechen – aber auch über seine Radtouren: 10 000 Kilometer pro Jahr, Alpen inklusive.

Vierter und letzter Wintergast dieser Saison ist am 18. Februar der Bestsellerautor Wladimir Kaminer („Russendisko“). Er ist der Spezialist für den Blick auf das deutsch-russische Verhältnis. Seit 1990 leben Kaminer und seine Mutter, eine pensionierte Lehrerin, am Prenzlauer Berg in Berlin – Mama oben, Kaminer mit Frau Olga, auch sie Autorin, und den Kindern unten. Der Mutter hat Kaminer ein Buch gewidmet, seiner Familie und den Kindern ebenfalls, ebenso der Schwiegermutter. Und seinem brandenburgischen Schrebergarten.

Im Februar erscheint – zum bevorstehenden 100. Jahrestag der Oktoberrevolution – das neue Werk: „Goodbye, Moskau: Betrachtungen über Russland“. Darin erzählt Kaminer mit Augenzwinkern, wie die Russen „ticken“.

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