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Geschichten aus dem Wald im Bremer Sendesaal

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Von: Thomas Kuzaj

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Der Komponist Heiner Schmitz erzählt mit der Sängerin Veronika Morscher im Sendesaal Geschichten aus dem Wald.
Der Komponist Heiner Schmitz erzählt mit der Sängerin Veronika Morscher im Sendesaal Geschichten aus dem Wald. © Frank Wiesen/Sendesaal Bremen

Bremen – Geschichten lassen sich auf ganz unterschiedliche Art erzählen, auf musikalische Weise zum Beispiel. So jedenfalls macht es der Komponist Heiner Schmitz. Er kommt jetzt mit der österreichischen Sängerin Veronika Morscher und dem „Cologne Contemporary Jazz Orchestra“ in den schönen Bremer Sendesaal (Bürgermeister-Spitta-Allee) – und erzählt dort in seinem aktuellen, groß angelegten Projekt „Tales from the Wooden Kingdom” Geschichten aus dem Wald.

Das Konzert beginnt am Freitag, 11. März, um 20 Uhr. Schmitz, als Saxophonist seit vielen Jahren auch bei der „Jazzkantine“ aktiv, taucht ganz tief ein in die Welt des Walds. „Unsichtbare Netzwerke, unzählige Gesichter und Stimmungen, farbenfroh und voller unterschiedlichster Geräusche“ – so klangvoll kündigt der Sendesaal die Waldgeschichten an. Das „empfindliche System“ Wald symbolisiere „ein friedliches und dennoch sensibles Miteinander, das dem Menschen in seinem Zusammenleben durchaus als Blaupause dienen darf“.

Und: „Hier stehen Schönheit und Chaos, Urgewalt und Ruhe eng nebeneinander und so sind die Stücke, die der 2019 mit dem WDR-Jazzpreis ausgezeichnete Komponist dem ,Cologne Contemporary Jazz Orchestra‘ und der Sängerin Veronika Morscher auf den Leib geschrieben hat, nicht nur als vielfältige Würdigung eines einzigartigen Lebensraums und fragilen Ökosystems zu verstehen, sondern auch als kleines Wunschbüchlein für die Zukunft unseres gesellschaftlichen Miteinanders.“ Worte, die in diesen Tagen einen besonderen Klang haben. Eintritt: 25 Euro, ermäßigt 15 Euro. Vorverkauf über www.sendesaal-bremen.de sowie über Nordwest-Ticket.

„Obermieter“-Lesung auf dem Dach

Geschichten, die erzählt auch der Bremer Autor Jörn Birkholz („Das Ende der liegenden Acht“). Sein Buch „Der Obermieter“ (Kulturmaschinen-Verlag, 249 Seiten, Preis: 16 Euro) zum Beispiel versammelt 25 Kurzgeschichten und Erzählungen – schnörkellos in lakonischem Ton erzählt, oft mit untrüglichem Sinn für groteske und komische Situationen unter Typen, die dem Alltag abgeschaut sind. Wie etwa der Mann, der immer zum Bahnhof geht, aber nie abfährt („Zug um Zug“).

In der „Literatursofa“-Reihe „Kultur auf dem Dach“ liest Birkholz nun aus seinem „Obermieter“-Band – und am Donnerstag, 10. März, in der Stadtbibliothek Huchting (Alter Dorfweg 30–50, praktisch auf dem Dach des Roland-Centers). Die Lesung beginnt um 18 Uhr, der Eintritt ist kostenlos. Ein Besuch „ist nur mit FFP2-Maske möglich“, so Bibliotheksleiterin Rita Schwickert. „Außerdem gilt in der Stadtbibliothek die 2G-Regel.“

Das Schweigen des Vaters

Der Vater von Doan, einer jungen Frau, die als Kind vietnamesischer Eltern in Frankreich aufgewachsen ist, wird Opfer eines Schlaganfalls – und kann fortan nicht mehr sprechen, nur noch mühevoll Laute von sich geben. Während der Vater sich zwangsweise gleichsam in Schweigen hüllen muss, wird der jungen Frau bewusst, wie wenig sie von ihm weiß, von seiner Vergangenheit, von seiner Herkunft. Nun aber ist es zu spät, um im Gespräch Antworten auf all diese Fragen zu bekommen.

Doan Bui, 1976 in Le Mans (Frankreich) geboren, ist eine Autorin und Journalistin vietnamesischer Abstammung. „Le silence de mon père“ ist ihr erster Roman. Im Bremer Sujet-Verlag ist er in deutscher Übersetzung erschienen: „Das Schweigen meines Vaters“ (256 Seiten, Preis: 16,80 Euro). Zudem gibt es ein Hörbuch, das Astrid Müller von der „Mobilen Speicherbühne“ gelesen hat. Und Müller ist es auch, die Buis Text (in der Übersetzung von Philippe Wellnitz, einst Direktor des Institut Français in Bremen) nun auf einer Lesung vorträgt – die Lesung beginnt am Freitag, 25. März, um 19.30 Uhr im „Logbuchladen“ an der Vegesacker Straße 1 im Bremer Stadtteil Walle.

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