Umbau und Umgestaltung

Das Focke-Museum konzipiert seine Dauerausstellung neu

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Der Original-Kopf des Bremer Rolands soll ein zentrales Element der neuen Dauerausstellung des Focke-Museums werden. Von links gesehen: Sarah Ryglewski (SPD), Direktorin Frauke von der Haar und Geschäftsführerin Swantje Markus.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Das Focke-Museum erfindet sich neu. Das Herz des Hauses, die Dauerausstellung zur bremischen Geschichte, wird nach gut 20 Jahren grundlegend umgestaltet – und bezieht fortan auch die Jahre nach 1945 mit ein. Es geht um einen neuen Blick auf Bremens Geschichte. Nach dem entsprechenden Masterplan des Hauses stehen neben der neuen Dauerausstellung auch bauliche Veränderungen an. Denn das Museum braucht mehr Ausstellungsfläche.

9,2 Millionen Euro kostet all das laut Planung. Große Freude löste in Bremen ein Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestags aus, nach dem die Hälfte des Geldes – 4,6 Millionen Euro – aus Berlin kommt (wir berichteten). Die SPD-Abgeordneten Sarah Ryglewski und Johannes Kahrs hatten sich dafür eingesetzt. Am Mittwoch besuchten sie das Museum an der Schwachhauser Heerstraße 240.

„Stadt- und regionalgeschichtliche Museen sind gefordert, sich zu ändern und andere Fragen an die Geschichte zu stellen“, sagte Direktorin Dr. Frauke von der Haar bei der Gelegenheit. Es gehe darum, „Geschichte und Zeitaktuelles“ miteinander zu verbinden, so Ryglewski. Bisher erzählt die Dauerausstellung Bremens Geschichte bis 1945 praktisch chronologisch. Das ist Vergangenheit.

Der Innenhof des Museums wird überdacht. - Foto: Kuzaj

In Zukunft soll es einen verbindenden „festen Strang“ zu der Frage geben, warum Bremen frei sein will, so Direktorin von der Haar. „Das Thema Selbstständigkeit gehört zu Bremens DNA.“ Hinzu kommen „drei Themenräume“, nämlich: „Was bewegt Bremen?“ (die wirtschaftlichen Grundlagen Bremens aus der Perspektive der Gegenwart), „Was hält Bremen zusammen?“ und „Wie ist Bremen gewachsen?“ In alle Bereiche eingeflochten wird das Thema Migrationsgeschichte.

Wie baut man so eine Ausstellung auf? „Wir stellen uns das modular vor“, so von der Haar. „Wir wollen nicht mehr eine Dauerausstellung schaffen, die 20 Jahre steht.“ Stattdessen werden einzelne Module bei Bedarf verändert oder ausgetauscht. „Es ist fließend, wir können aktuell was Neues reinstellen.“ Überhaupt habe sich in den zurückliegenden Jahrzehnten Etliches verändert. „Vor 20 Jahren sind ganz andere Menschen ins Museum gegangen, ohne Smartphones, mit ganz anderem Vokabular.“

In den aktuellen Sonderausstellungen probiert das Museum peu à peu schon Ideen für die zukünftige Dauerausstellung aus – bei „Protest und Neuanfang – Bremen nach ‘68“ zum Beispiel arbeitete das Focke-Museum erstmals mit Themeninseln; zudem war Migration ein Querschnittsthema der Schau.

Für die neue Dauerausstellung braucht das Museum mehr Platz, mehr Fläche, „mehr Spielräume“ – so die Direktorin. Durch die Überdachung der Innenhöfe gewinnt das Haus 500 Quadratmeter. Umgebaut wird auch der Eingang, das Foyer: „In den Vortragsraum kommt eine Gastronomie herein, die auch nach 18 Uhr noch geöffnet ist.“ Bisher ist das nicht möglich, weil es keine Abtrennung zwischen dem Raum und dem Rest des Museums gibt.

Apropos – der Eingangsbereich, buchstäblich die Hinführung zur Ausstellung (und damit: zu Bremens Historie), wird ebenfalls gründlich verändert. Von der Haar will die Besucher hier „mehr an die Hand nehmen“. Es solle spürbar werden, dass es im Museum um Menschen geht, die Bremens Geschichte gemacht haben. Zentrales Element wird der Original-Kopf des Bremer Rolands sein, der bisher etwas im Abseits an der Seite zu sehen ist. Von der Haar: „Er steht für so viel.“ Nicht zuletzt ja für den Freiheitsdrang der Bremer.

Von der Haar hofft nun, möglichst bald loslegen zu können. „Nach unserem jetzigen Plan wollen wir Ende 2023 fertig sein.“

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