Premiere: Erster Eselnachwuchs für den Nabu 

Geschecktes Stutfohlen erobert die Herzen

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Allerliebst: das erste Eselfohlen für den Bremer Naturschutzbund auf der Dreptefarm. Ihren Namen soll die kleine, gescheckte Stute bei der Ferienfreizeit des Nabu bekommen. 

Bremen - „Ein strammes, niedliches Mädchen bereichert unsere Eselweide“, freut sich Sönke Hofmann, Geschäftführer des Naturschutzbundes Bremen (Nabu) und zugleich Chef auf der Dreptefarm des Nabu in Wulsbüttel. Mit dem „strammen Mädchen“ meint er das erste Eselfohlen überhaupt, das beim Bremer Nabu geboren wurde. Es ist, erraten, ein Stutfohlen – allerliebst und gescheckt.

Mama „Lina“ sah in den vergangenen Wochen aus wie ein „befüllter Fesselballon“ (O-Ton Hofmann). Vor ein paar Tagen kam der Nachwuchs auf der Dreptefarm zur Welt.

Das Schullandheim Dreptefarm hält seit Jahren Esel. Die langmütigen Langohren begleiten die Schulklassen in die Natur, tragen Picknick und Forscherausrüstung und immer im Wechsel auch die Kinder. Das Heim züchtet auch alte vom Aussterben bedrohte Haustierrassen und zeigt so den Kindern, wo Wolle, Kotelett und Daunenkissen herkommen. Vergangenes Jahr beschritt die Dreptefarm Neuland. Hofmann: „Nach vielen Lämmern, Zicklein, Küken und Kaninchen wollten wir endlich auch ein Eselfohlen haben. Die Idee haben wir schon lange mit uns herumgetragen. Als wir dann einen hübschen Eselhengst angeboten bekamen, konnten wir nicht widerstehen“, erzählt der Heimvorsitzende. Der „Little Joe“ getaufte Hengst mit schwarz-weißen Flecken machte sich überaus erfolgreich an Stute „Lina“ heran, so Hofmann. Kaum 13 Monate später erblickte nun Ende vergangener Woche die kleine braun-weiße Eselstute das Licht der idyllischen Dreptefarm-Welt.

„Seit drei Wochen haben wir jeden Tag mit der Geburt gerechnet. Die Mutter passte kaum mehr durch die Stalltür, doch der kleine Brocken ließ sich Zeit.“

Sonntag Fütterungsrunde

Besonders fasziniert ist der Heimchef davon, dass das Fohlen keine Stunde nach der Geburt schon stand. Hofmann: „Das liest und sieht man im Fernsehen. Aber wirklich zu erleben, wie die Beine immer wieder wegknicken und schließlich schwankend halten, das ist ein sehr berührender Moment.“

Schon am nächsten Tag sprang das gescheckte Fohlen, das bereits die Herzen auf der Farm erobert hat, auf der Wiese um die Mutter herum und schnupperte neugierig an den zweibeinigen Herdenmitgliedern.

Bis zu den Sommerferien bleiben Mutter und Fohlen noch auf eigener Weide, dann dürfen die Kinder des Nabu-Sommerlagers den Eselnachwuchs kennenlernen. Behutsam soll die kleine Stute an das bunte Leben auf der Dreptefarm herangeführt werden, heißt es. Im August wird sie auf einer Fütterungsrunde vorgestellt. Und, so verrät der Nabu-Mann, im Spätsommer wird es noch ein weiteres Fohlen der Barock-Eselstute „Tilly“ geben.

Taufe bei der Ferienfreizeit

„Auf der Ferienfreizeit werden wir auch Namensvorschläge sammeln und die kleine Stute taufen“, freut sich Sönke Hofmann. Noch gibt es einige Restplätze für die Freizeiten, die jeweils von Sonnabend bis bis Sonnabend laufen und wochenweise gebucht werden können. Anmeldungen und weitere Infos unter der Rufnummer 0421/45 82 83 64.

Am Sonntag, 18. Juni, veranstaltet die Dreptefarm eine offene Fütterungsrunde. Beginn ist um 15 Uhr am Paschberg 9 in Wulsbüttel. Bei der Führung werden die vom Aussterben bedrohten Haustierrassen vorgestellt und gefüttert. Ein kurzer Besuch bei Mama „Lina“ und ihrem Fohlen ist möglich, heißt es. Gegen eine Spende gibt es später Kaffee und Kuchen.

An alten Rassen hält die Dreptefarm derzeit Thüringer Waldziegen, Rauhwollige Pommersche Landschafe, Diepholzer Gänse, Meißner Widderkaninchen und Totleger-Hühner. Das gemeinnützige Heim bietet auch Farmtierpatenschaften an. Damit werden Futter und Tierarzt finanziert. 

gn

www.NABU-Bremen.de

www.Dreptefarm.de

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