Steuerberater soll aussagen

Prozess gegen Ex-Beluga-Chef: Gericht lädt weitere Zeugen

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Seit Januar 2016 verhandelt die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts gegen Ex-Beluga-Chef Niels Stolberg.

Bremen - Im Wirtschaftsstrafprozess gegen Ex-Beluga-Chef Niels Stolberg und drei seiner früheren Mitarbeiter geht die Beweisaufnahme weiter. Das Landgericht Bremen will den ehemaligen Steuerberater Stolbergs als Zeugen laden und folgte damit dem Antrag der Verteidigung. Für den bereits seit Januar 2016 laufenden Prozess wurden am Mittwoch neue Verhandlungstermine bis November anberaumt.

Unklar ist, ob der Steuerberater aussagen oder von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen wird, denn er ist selbst vor dem Landgericht im Zusammenhang mit Beluga wegen mutmaßlicher Beihilfe zum Kreditbetrug angeklagt. Der Mann gilt als eine Schlüsselfigur. Stolbergs Verteidiger Bernd Groß verspricht sich von ihm weitere Aufklärung über das komplexe Finanzierungssystem für den Neubau von diversen Beluga-Schiffen.

Die Wirtschaftsstrafkammer will auch entscheiden, ob außer Stolberg alle Angeklagten an jedem Verhandlungstag erscheinen müssen, oder erneut eine Teilbeurlaubung möglich ist. In dem Prozess geht es seit mehr als 50  Verhandlungstagen um Kreditbetrug, Betrug, Untreue und Bilanzfälschung. Die Beluga-Reederei ging 2011 in Insolvenz.

Flotte umfasste bis zu 70 Schiffe

Unter der Flagge der Bremer Schwergutreederei fuhr einst eine Flotte von rund 70 Schiffen über die Weltmeere. Das Unternehmen gehörte zur Weltspitze. Doch die Schifffahrtskrise traf Beluga mit Firmensitz auf dem Teerhof hart, wenn auch mit Verzögerung. Stolberg suchte den Ausweg im Wachstum, ließ weiter Schiffe in China bauen und holte sich dann 2010 den US-Investor Oaktree als Mitgesellschafter an Bord. Doch irgendwie habe er schon ab 2009 teilweise den Überblick und die Kontrolle über das Unternehmen verloren, räumte er einmal ein. 

Mit überhöhten Scheinrechnungen brachte er laut Anklage Banken zu einem höheren Kreditengagement für die Schiffsfinanzierungen. Oaktree soll er teilweise gefälschte Bilanzen vorgelegt haben, um dem US-Fonds den Einstieg ins Unternehmen schmackhaft zu machen, wie Stolberg zugab. Auch Briefkastenfirmen in Panama wurden genutzt, heißt es. Oaktree warf Stolberg am 1.  März 2011 aus der Firma und zeigte ihn anschließend wegen Betrugs an.

Nächster Termin am 27. September

Das Gericht schlug im Juli nach Zwischenberatungen für den schwer erkrankten Stolberg (56) eine Haftstrafe zwischen drei Jahren und sechs Monaten und drei Jahren und neun Monaten vor. Das lehnte die Verteidigung als „völlig überzogen“ ab. Die drei Mitangeklagten müssen nach dem Vorschlag mit Bewährungsstrafen von maximal einem Jahr und zehn Monaten rechnen.

Der nächste Verhandlungstermin ist für 27. September angesetzt. Bis Mitte November sollen dann vier weitere Sitzungen folgen.

dpa

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