Geographie-Studenten untersuchen Wohnsituation ihrer Kommilitonen

Die Neustadt wird beliebter

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Prof. Ivo Mossig (hinten), Jörn-Henning Schrader (l.) und Kevin Kirschner.

Bremen - Von Viviane Reineking. Die meisten Studenten in Bremen wohnen in der Neustadt und in Horn-Lehe. Ungefähr jeder Dritte lebt in einer Wohngemeinschaft. 334 Euro berappen die Hochschüler durchschnittlich für die Warmmiete. Das sind die Ergebnisse einer Studie, die Geographiestudenten der Uni im Rahmen eines Projektmoduls durchgeführt haben.

Wo wohnen Bremer Studenten, in welchen Wohnformen und welche finanzielle Belastung haben sie zu tragen? Um mehr über die Situation ihrer Kommilitonen zu erfahren, wurden die Bachelorstudenten Kevin Kirschner, Jörn-Henning Schrader und Jona Winstroer unter der Leitung von Geographie-Professor Ivo Mossig zu Forschern und befragten 461 Studenten der Bremer Uni.

Demnach lebt die Mehrheit in den Stadtteilen Neustadt (15,5 Prozent) und Horn (13,9 Prozent). Studenten wohnen gerne entweder zentrums- oder uninah, wobei sie mit den Stadtteilen Findorff und Schwachhausen als Wohnorte deutlich zufriedener sind als mit Horn. Dieser Stadtteil verliert im Vergleich zu einer Erhebung von 2010 als Wohnort stark an Bedeutung, zulegen konnte dagegen der Bremer Westen mit Walle (Platz sieben) und Gröpelingen (Rang neun), die in den Top Ten der Wohnorte im Vergleich zu letzten Erhebung jeweils einen Platz gutmachen konnten.

Bei der Wahl ihres Wohnortes spielen für die befragten Studenten in erster Linie finanzielle Aspekte eine Rolle. Wichtig ist ihnen aber auch, dass sie eine gute Anbindung an Bus und Bahn haben. Der Geldbeutel sei auch ein entscheidender Faktor für die Dezentralisierung, die die Studenten ausgemacht haben. So wohnten vor fünf Jahren etwas mehr als 70 Prozent zentrums- oder uninah, nun sind es nur noch knapp 66 Prozent. Rund ein Drittel der Befragten wollen lieber in einem anderen Stadtteil wohnen als derzeit. Beim Wunschort liegt das Viertel noch vorne, verliert aber stark an Bedeutung. Als Wunschstadtteil konnte dagegen die Neustadt gegenüber 2010 deutlich zulegen (von 6,9 auf 14,1 Prozent).

Mit knapp 35 Prozent leben die meisten Studenten in einer Wohngemeinschaft (WG), knapp 29 Prozent bei der Familie. Vor fünf Jahren waren das nur 23 Prozent. Auffällig: Diese Wohnform nutzen deutlich mehr Männer knapp 35 Prozent) als Frauen (25 Prozent).

Von den Studenten, die in einem Wohnheim wohnen (knapp sieben Prozent), ist dies nur für ein Drittel auch die gewünschte Wohnform. Zwei Drittel wollen lieber in einer anderen Wohnform leben. Wie Studenten wohnen, hängt in erster Linie vom Geldbeutel ab. Im Vergleich zu 2010 hat sich die Warmmiete der Befragten um 40 Euro erhöht. Sie macht 43,5 Prozent des studentischen Budgets aus. Am günstigsten wohnen die Studenten im Wohnheim (252 Euro), in einer WG zahlen sie im Durchschnitt knapp 300 Euro.

Aufgrund ihrer Ergebnisse lautet die Empfehlung von Mossig und seinen Studenten an Stadtplaner, eher in Stadtteilen wie Walle und Gröpelingen günstigen Wohnraum für WGs zu schaffen, statt auf Wohnheime zu setzen.

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