Das „Genussland Bremen/Niedersachsen“ will die regionale Kooperation fördern

Esskultur im Bio-Netzwerk

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Auf seinem Hof im Blockland produziert Harje Kaemena Bio-Eis, das über Bremens Grenzen hinaus bekannt ist. Jetzt engagiert er sich im „Genussland Bremen/Niedersachsen“ für die Kooperation regionaler Erzeuger, Händler und Gastwirte.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Bremen und Niedersachsen wollen enger zusammenarbeiten, Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) betont das Glück der Länder-Zweisamkeit ja unermüdlich. Und weil Liebe bekanntlich durch den Magen geht, passt eine gestern vereinbarte länderübergreifende Zusammenarbeit bestens dazu. Unter dem Namen „Genussland Bremen/Niedersachsen“ verbinden sich Erzeuger und Verarbeiter, Gastwirte und Händler aus der Region.

Die Bio-Zutaten aus der Region sollen auch auf der Tischen der Lokale in der Region landen – das ist (ganz knapp zusammengefasst) die Idee, die hinter dem neuen Netzwerk steht. Organisiert ist es als Verein. „Wir möchten Esskultur und Genusskultur in Bremen und Niedersachsen fördern und über Aktionen und Projekte voranbringen“, sagte Harje Kaemena, Bio-Eis-Produzent aus dem Blockland, nach der Gründungsversammlung im Restaurant „Canova“.

Zehn Bremer und vier niedersächsische Gründungsmitglieder hatten sich dort getroffen – sehr zur Freude von Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne), der seit ein paar Monaten ja auch für die Landwirtschaft zuständig ist. Er begrüßte es gestern ausdrücklich, dass der Verein sich nicht allein auf Bremen beschränkt, sondern dass eben auch Niedersachsen dabei ist.

„Immer mehr Menschen legen Wert auf qualitätvolle Ernährung und gutes Essen, das nachhaltig hergestellt worden ist“, sagte Lohse. Die Landwirtschaft habe großen Einfluss aufs Klima. Das habe zum Beispiel etwas mit der Menge des Fleischkonsums zu tun, aber auch „mit Anbau und Erzeugung“. Und, so Lohse weiter: „Viele Erzeuger wollen umstellen und brauchen die Sicherheit, dass es Abnehmer gibt.“ Das Zusammenwirken in dem neuen bremisch-niedersächsischen Netzwerk wird für genau diese Sicherheit sorgen, hofft Lohse.

Regionalität, Bioproduktion, fairer Handel – all diese Stichworte nannte Kaemena, einer der beiden zweiten Vorsitzenden des „Genusslands Bremen/Niedersachsen“. Händler und Gastronomen, Bio-Landwirte und Lebensmittelmanufakturen – sie alle sollen Teil einer regionalen Kooperationskette werden. Und das, so Kaemena weiter, „auch dem Gast gegenüber kommunizieren“.

Andernorts gibt es vergleichbare Initiativen bereits. So setzen sich die „Feinheimischen“ in Schleswig-Holstein schon seit geraumer Zeit wirkungsvoll für regionale Spezialitäten in regionalen Küchen ein.

Die Idee für das bremisch-niedersächsische Netzwerk war im Rahmen des Projekts „Biostadt Bremen“ aufgekommen. Dort fand sich eine Arbeitsgruppe, die sich mit „Regionalität in der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung“ beschäftigte, so Kaemena. Ein Logo und einen Internetauftritt soll das „Genussland Bremen/Niedersachsen“ auch bekommen. Beides sei in Arbeit, sagte Kaemena.

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