Rund 700 Spieler gehen auf „Pokémon-Go“-Tour

Gemeinsam spielt es sich am besten

Der Wurf ging daneben. Aber gleich wird Sabine Groenhoff ein kleines Pokémon fangen. - Foto: Kowalewski

Bremen - Richtig Glück mit dem Wetter hatten die Veranstalter und Besucher der „Pokémon-Go“-Tour Bremen am Sonnabend nicht. Schon während des Treffens prasselte ein kräftiger Schauer auf die Leute nieder. Das hielt die etwa 700 Pokémon-Wütigen aber nicht davon ab, sich ins Spiel zu stürzen. In der Gruppe spielt es sich halt am schönsten.

Die überwiegend jungen Teilnehmer tummelten sich zumeist in kleinen Gruppen am Osterdeich und fingen auf den Bildschirmen ihrer Smartphones die kleinen Pokémons.

Unter den Spielern war auch Sabine Groenhoff. Sie ist Gründerin der Pokémon-Facebook-Gruppe Bremen, die in den vergangenen Wochen mehr als 1500 Mitglieder angezogen hat, die sich teilweise auch zum Spielen treffen. „Ich kam durch meinen Sohn auf das Spiel. Ich spiele es jetzt selber jeden Tag, weil ich es gut finde, dass man dabei rausgeht und sich bewegt“, sagte die gelernte Physiotherapeutin. „Ich habe dabei in den vergangenen Wochen schon 108 Kilometer zurückgelegt.“ Zudem spielt Groenhoff bereits auf dem stark fortgeschrittenen Level 22.

Schon nach wenigen Metern hatte sie ein Pokémon auf dem Schirm, ein Taubi mit dem Aussehen eines kleinen Vogels, eines der niedlichen Exemplare unter den 151 vorkommenden Pokémons. Doch auch die gefährlicher Aussehenden unter ihnen sind nicht wirklich böse. „Pokémons sind keine Monster“, sagte Groenhoff, „Pokémons sind einfach wie Tiere.“ Nach drei Ballwürfen war das Taubi dann eingefangen und tauchte in Groenhoffs Sammelstatistik auf. Da war es nicht alleine. Groenhoff trainiert einige ihrer Pokémons und macht sie so größer und stärker. In einer nahegelegenen virtuellen Arena ließen die Spieler ihre Beutetiere gegeneinander antreten.

Bei Pokémon-Go können sich die Teilnehmer ihre Umgebung sowohl auf einer virtuellen Karte zeigen lassen als auch das Bild der Handy-Kamera als Spielgrundlage verwenden. Viele Teilnehmer verzichteten aber auf die zweite Option, weil ihre Handys dazu nicht in der Lage waren oder der Datentransport zu oft hakte. Doch Nazmiye Bormuth aus Bremen und Vanessa Epert aus Delmenhorst gönnten sich das hin und wieder. Einmal den Modus gewechselt, und schon tauchte ein kleines Pokémon auf einem ihrer Fahrräder auf. Nach zwei Ballwürfen war es gefangen. „Ich finde das Spiel schön, weil man auch Spieler auf der Straße trifft und mit denen ins Gespräch kommt“, sagte Epert.

Die beiden Veranstalter Hein Bohn und Sebastian Clören ließen sich vom gelegentlichen Regen nicht entmutigen. Sie wollen weitere Veranstaltung dieser Art machen, auch wenn es enormer Organisationsaufwand sei, so Bohn. Sponsoren haben sie schon gewonnen. - mko

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