Die Katzen sind zurück

Gelungene Bremen-Premiere: „Cats“ gastieren im Musicaltheater

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Es leitete Anfang der 80er Jahre einen Boom ein: Das Musical „Cats“ gastiert im Bremer Musicaltheater.

Bremen - Von Viviane Reineking. Detailverliebt das Bühnenbild, stimmlich und tänzerisch überzeugend das Ensemble, und doch vermochte bei der Bremen-Premiere von „Cats“ am Dienstagabend der Funke nicht bei allen überzuspringen. Bis Sonntag ist das berühmte Musical – „das Original“, wie es im Untertitel heißt – im Musicaltheater zu sehen.

Die Katzen sind also zurück, die Erwartungen an die englischsprachige Neu-Produktion des Welterfolgs von Andrew Lloyd Webber (mehr als 73 Millionen Zuschauer weltweit) groß. Doch als die „Jellicle-Cats“ zu Beginn der Bremer Premiere vor rund 1200 Zuschauern am Dienstagabend durch die Zuschauerreihen streifen, stehen etwa 20 Besucher samt der Autorin dieser Zeilen im Foyer vor verschlossenen Türen. Wer mit welcher Jacke und welcher Tasche in den Zuschauerraum darf – da wird deutlich mit zweierlei Maß gemessen. Nach Diskussion und Taschenabgaben ist es dann – die Künstler dürfen nicht gestört werden – zu spät für den Einlass, der letztlich erst nach rund 25 Minuten erfolgt. Ein insgesamt fragwürdiger Umgang mit den Theatergästen.

Fokus des Stücks seit 1981 nahezu unberührt

Auf der Bühne türmen sich nun also Schrott und Müll, der Vollmond leuchtet hoch über dem Geschehen: Das Theater am Richtweg ist nämlich Schauplatz des jährlichen Samtpfoten-Spektakels, des großen Balls der „Jellicle“-Katzengemeinschaft. An dessen Ende gibt der Clan-Anführer, der alte „Deuteronomy“, bekannt, welches Mitglied des Clans ein zweites Leben geschenkt bekommt.

Eine ausgeprägte Handlung gibt es zwischen dem überdimensional dargestellten Abfall der Konsumgesellschaft nicht. Stattdessen stehen – wie schon in den unzähligen Shows seit der Uraufführung des Klassikers im Mai 1981 im Londoner West End – zwischen Autowrack, Fahrrädern, Kanistern, Dosen, Teppichen und allerlei mehr Müll die unterschiedlichen Charaktere der eigenwilligen Samtpfoten im Mittelpunkt.

Nach und nach gibt es in der englischsprachigen Neu-Produktion des Klassikers etwa ein Wiedersehen mit „Gus“, dem altersschwachen und zittrigen Theaterkater, dem mutigen „Munkustrap“, dem dreisten Pärchen „Mungojerrie“ und „Rumpleteazer“, dem magischen „Mister Mistoffelees“, dem rebellischen „Rum Tum Tugger“ und dem gefürchteten „Macavity“.

Gänsehaut beim Auftritt der verstoßenen „Grizabella“

Gänsehaut-Gefühl dann, als die verstoßene „Grizabella“, einst Star der Katzenschar und auf die Bühne gebracht von der philippinischen Künstlerin Joanna Ampil, „Memories“ zum Besten gibt und mit grandioser Stimme und gemeinsam mit den Zuschauern in Erinnerungen an frühere Zeiten schwelgt. Und beim eingängigen „Mister Mistofelees“ können auch weniger eingefleischte Musical-Fans mitwippen und -singen.

Nachdem der „Old Deuteronomy“ die Glamourkatze für ein zweites Leben auserwählt, schwebt „Grizabella“, von mystischem Nebel begleitet, an einem Seil gen Sternenhimmel. Ein aufwendiges Schlussbild am Ende einer rund zweieinhalbstündigen Show, die zwar nicht bei allen Zuschauern nostalgische Gefühle aufkommen ließ, aber dennoch den großen Applaus verdient hat.

Weitere Shows gibt es heute und morgen, Freitag, jeweils um 20 Uhr. Am Sonnabend spielt das Ensemble um 15 und 20 Uhr, am Sonntag um 14 und 19 Uhr. Restkarten sind in den Geschäftsstellen unserer Zeitung und hier im Internet erhältlich.

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