Geld aus Europa

So wirken sich EU-Entscheidungen auf den Bremer Alltag aus

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Die Wall-Mühle – beliebtes Ausflugsziel für Bremer und Buten-Bremer – ist ein Beispiel, wie Bremen von EU-Mitteln profitiert.

Europa und die Europäische Union (EU) sind für viele Bremer längst nicht so wichtig wie die Landespolitik. Diesen Eindruck erweckt die Wahlbeteiligung im Land Bremen. Dabei sind die Auswirkungen der EU-Entscheidungen täglich im Bremer Alltag sichtbar. Wir stellen Beispiele vor.

Bremen – Das Interesse an der Europawahl ist im Land Bremen nicht groß: Nahmen daran 2014 magere 40,3 Prozent der Wahlberechtigten teil, stimmten immerhin 50,2 Prozent 2015 bei der Bürgerschaftswahl ab. Dabei profitiert Bremen deutlich von der EU. Zahlreiche Bauprojekte im Land sind erst durch Fördermittel der EU ermöglicht worden. Vier solcher Sehenswürdigkeiten präsentieren wir im Überblick.

Schlachte

Die Schlachte ist mit ihrer Uferpromenade ein zentraler Anlaufpunkt für Touristen und Einheimische in der Hansestadt. An der Unteren Schlachte können Fußgänger an der Weser spazierengehen, an Bord von Ausflugsschiffen gehen oder die Atmosphäre am Wasser genießen. An der Oberen Schlachte haben Besucher die Auswahl zwischen mehreren Gastronomiebetrieben und dem Casino. Die Teerhofbrücke bindet die Schlachte für Fußgänger mit dem anderen Weserufer und der Neustadt an. Der Startschuss für die Umgestaltung der Schlachte von einem schmuddeligen Verkehrsraum zu einer Fußgängerzone, die die Weser verstärkt ins Bewusstsein von Besuchern heben sollte, fiel im Jahr 1996.

An der Uferpromenade sind im Zuge des Umbaus Schiffsliegeplätze entstanden, die an die ursprüngliche Funktion der Schlachte als Hafen erinnern. Dank der Förderung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) in Höhe von zehn Millionen Euro setzte die Stadt Bremen das 20 Millionen Euro teure Projekt um.

In einer weiteren Förderperiode in den Jahren 2007 bis 2009 ist die Obere Schlachte in dem Bereich zwischen Fangturm und Diepenau zum Stephaniviertel (Faulenquartier) weiterentwickelt worden. Wesentlich dabei waren die Ansiedlung der Volkshochschule und von Radio Bremen. (Weitere Infos unter www.schlachte.de)

Wall-Mühle

Die im Jahr 1833 errichtete Mühle ging im Jahr 1891 in städtischen Besitz über. Noch bis ins Jahr 1947 ist dort Getreide verarbeitet worden. Um die Wallanlagen für Besucher und Einheimische attraktiver zu gestalten, wurde der Umbau der Mühle und die Umgestaltung der Grünanlagen in der Umgebung beschlossen. Abermals profitierte Bremen von Efre-Fördermitteln in Höhe von 554 650 Euro. Das gesamte Projekt kostete rund 1,1 Millionen Euro. In die Mühle ist ein Café eingezogen, in dem Besucher auch selbst Kaffee rösten können. (Infos unter www.bremen.de/tourismus/sehenswuerdigkeiten/die-muehle-am-wall)

Zoo am Meer 

Der Zoo ist ein echter Besuchermagnet in Bremerhaven. Dort können Gäste an 365 Tagen im Jahr unter anderem Eisbären, Seelöwen und Humboldtpinguine aus nächster Nähe beobachten. Die Geschichte der einstigen Tiergrotten reicht bis in das Jahr 1913 zurück, als in der Stadt das erste Nordsee-Aquarium eröffnet wurde.

Die heutige Gestalt erhielt der Zoo durch die Bauarbeiten in den Jahren 2001 bis 2004. Am 27. März 2004 eröffnete ein in Europa einzigartiger Themenzoo mit Säugetieren und Vögeln. Die Baukosten beliefen sich auf mehr als 20 Millionen Euro, davon flossen 5,1 Millionen Euro aus dem Efre-Fonds. (Infos unter https://zoo-am-meer-bremerhaven.de)

Stadtstrand „Waller Sand“

In der Bremer Überseestadt entstehen seit einigen Jahren neue Gebäude, in denen Wohn- und Büroräume in unmittelbarer Nähe zur Weser untergebracht sind. Um den Freizeitwert in der Überseestadt und den angrenzenden Stadtteilen Gröpelingen und Walle zu steigern, ist am nordwestlichen Ende des Quartiers ein Stadtstrand gebaut worden, der seit wenigen Tagen zum Verweilen und Faulenzen in maritimer Atmosphäre einlädt.

Dafür wurden rund 176 000 Kubikmeter Sand aufgeschüttet. Da das angrenzende Wendebecken weiterhin für die Schifffahrt benötigt wird, wird Schwimmen an diesem Strand zum Bedauern der Bremer und Buten-Bremer nicht erlaubt sein. Gleichzeitig erfüllt das Bauwerk die Funktion des Hochwasserschutzes für das Quartier. Die Baukosten des Strandprojektes belaufen sich auf 9,8 Millionen Euro, davon tragen der Efre-Fonds und das Bundesbauministerium rund 7,65 Millionen Euro.

Aktuell im Gespräch ist die Idee von CDU und Wirtschaftsressort, Gröpelingen und den Kopf des Europahafens mit einer Seilbahn zu verbinden. Am Stadtstrand soll es eine Haltestelle geben. (Infos unter https://www.ueberseestadt-bremen.de/de/page/ueberseestadt-uebersicht/waller-sand)

Info: Stichwort Efre 

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (Efre) will den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt in der Europäischen Union fördern. Dies soll gelingen, indem er durch Investitionen Ungleichheiten zwischen den Regionen in Europa beseitigt. Die förderfähigen Projekte können aus den vier Bereichen Forschung und Innovation, Digitale Agenda, Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen und CO2-arme Wirtschaft kommen. 

Bremen und Bremerhaven erhalten für die Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 103 Millionen Euro aus dem Fonds. Bundesweit stehen in dem Zeitraum gut 10,77 Milliarden Euro bereit, heißt es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Das Land Bremen ruft dementsprechend etwa ein Prozent der bundesweiten Mittel ab. Weitere Infos unter:www.efre-bremen.de

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