Prozessauftakt: 24-Jähriger soll Bordell in Walle in Brand gesetzt haben

Gekränkte Liebe

Ein Justizangestellter nimmt einem Mann die Handschellen ab.
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Schweigen zum Prozessauftakt: Der 24-jährige Angeklagte wollte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern.

Ein 24-Jähriger soll ein Bordell in Brand gesetzt haben. Motiv: gekränkte Liebe. Am Montag war Prozessauftakt in Bremen.

  • Ermittler bringen Licht ins Dunkle.
  • Sechs Personen flüchten unverletzt ins Freie.
  • 1,2 Promille Alkohol im Blut.

Bremen – Weil ein 24-Jähriger im Sommer 2020 ein Bordell angezündet haben soll, muss sich der Mann seit Montag vor dem Landgericht Bremen wegen schwerer Brandstiftung verantworten. Der Mazedonier äußerte sich zu Prozessauftakt zwar nicht zu seinem Motiv, dafür aber ermittelnde Polizeibeamte, die als Zeugen geladen waren: Demnach wollte sich der Angeklagte für nicht erwiderte Liebe einer Prostituierten rächen und sorgte dafür, dass das Gebäude zum Teil bis auf die Grundmauern abbrannte.

Laut Anklage verteilte der Angeklagte am Morgen des 5.  Juni Benzin rund um den Eingangsbereich des Etablissements in Walle und zündete es an. Innerhalb weniger Minuten fraßen sich die Flammen über den Flurbereich ins Innere des Gebäudes und führten dazu, dass Putz von den Wänden fiel. Das Feuer sei, so die Staatsanwältin, derart stark gewesen, dass wenige Minuten später eine Zwischendecke sowie das Dach in Brand gerieten. Teile des Hauses seien trotz sofortiger Löscharbeiten bis heute stark einsturzgefährdet. Zum Tatzeitpunkt hielten sich im Inneren des Hauses insgesamt sechs Personen auf, alle konnten sich unverletzt ins Freie retten.

„Regelmäßig Stress gemacht“

Der 24-Jährige ließ durch seinen Anwalt mitteilen, dass er sich momentan nicht zu den Vorwürfen äußern werde, ob eine Einlassung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt, blieb offen. Während sich der Angeklagte wortkarg zeigte, brachten wenigstens ermittelnde Polizisten etwas Licht ins Dunkel. Ein 29-jähriger Beamter hatte am Tattag Dienst und eilte mit Kollegen zum Brandort. Dort angekommen, habe ihm die Betreiberin des Bordells gesagt, sie vermute, wer hinter dem Feuer stecken könnte. Laut Aussage des Zeugen sagte die Frau, der Angeklagte habe sich etwa fünf Monate vor dem Brand in eine Angestellte verliebt. Da die Frau diese Liebe wohl nicht erwidert habe, soll der Mann „regelmäßig Stress gemacht haben“.

So auch am Tag des Feuers: Etwa zweieinhalb Stunden, bevor das Feuer ausbrach, habe der Angeklagte die Angestellte angerufen und sie aufgefordert, vor das Bordell zu kommen – „sonst fackele ich den Laden ab“, so die Aussage der Frau gegenüber den Polizisten. Die Frau folgte dem nicht, kurz darauf brannte das Haus. Und noch etwas belastet den Mann: Da relativ schnell festgestanden habe, dass das Feuer mittels Brandbeschleuniger gelegt worden war, fuhren Beamte verschiedene Tankstellen in der Umgebung ab und fragten dort nach, ob jemandem etwas Ungewöhnliches aufgefallen sei. Und tatsächlich, nur wenige Minuten vor dem Feuer kaufte der Angeklagte, so belegen es Videoaufnahmen sowie Kassenbons, an einer nur gut zwei Kilometer entfernten Tankstelle etwa sieben Liter Benzin samt Kanister und einem Feuerzeug. Das Kennzeichen seines Fahrzeugs führte die Polizisten schnell zu seiner Anschrift, wo dann die Handschellen klickten. Seitdem sitzt der Mann in Untersuchungshaft.

„Im System gespeichert“

Ebenfalls ungünstig für den Angeklagten: „Der Mann war uns bekannt und auch im System gespeichert, so konnten wir ihn recht zügig festnehmen“, sagte der Polizist. Und dafür hatte der Mann wohl selbst gesorgt. Etwa ein halbes Jahr vor dem Feuer lieferte sich der 24-Jährige eine Verfolgungsjagd mit Zollfahndern durch Bremen. Bei seiner späteren Festnahme stellte sich nicht nur heraus, dass der Mann etwa 1,2 Promille Alkohol im Blut hatte, sondern auch ohne Führerschein unterwegs war.

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