Überschuss gesteigert / Mehr Zusatzleistungen / „Gesundheitsfonds abschaffen“

Der HKK geht es gut

HKK-Vorstand Michael Lempe präsentiert den Geschäftsbericht für 2012. ·
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HKK-Vorstand Michael Lempe präsentiert den Geschäftsbericht für 2012. ·

Bremen - Von Thomas KuzajMehr Mitglieder, höherer Überschuss – die Handelskrankenkasse (HKK) präsentierte gestern ihre Bilanz für das Jahr 2012. Sie hat, so ein Sprecher, „die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortgesetzt“. Vorstand Michael Lempe bezifferte den 2012 erwirtschafteten Überschuss auf 51,1 Millionen Euro.

Zum Vergleich: 2011 hatte der HKK-Überschuss bei 41 Millionen Euro gelegen. Hinzu kam für 2011 eine Beitragsrückzahlung von 13,7 Millionen Euro. Für 2012 zahlte die Kasse 14,6 Millionen Euro zurück. Lempe kündigte an, die Dividende für das Jahr 2013 auf 100 Euro anzuheben. Damit werde die Beitragsrückzahlung dann bei insgesamt 24,3 Millionen Euro liegen. Dazu erwartet Lempe für das laufende Jahr einen erneuten Überschuss von „mindestens zwölf Millionen Euro“.

Im vergangenen Jahr beliefen sich die Einnahmen der Handelskrankenkasse auf insgesamt 808,5 Millionen Euro – was einem Plus von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Die Gesamtausgaben stiegen um 6,6 Prozent auf nunmehr 757,4 Millionen Euro. Die Verwaltungsausgaben sanken im Vergleich zu 2011 um 2,42 Prozent.

Für die medizinische Versorgung ihrer Versicherten gab die HKK 704,3 Millionen Euro aus. Auf jeden Versicherten umgerechnet, ergab sich damit ein Anstieg von 3,3 Prozent auf 1 975,58 Euro. Besonders markant war die Ausgabensteigerung von 12,9 Prozent im Bereich Krankengeld, die unter anderem durch die Zunahme von psychischen Erkrankungen mit längerem Krankheitsverlauf verursacht wurde, hieß es.

Die Handelskrankenkasse hatte 2012 im Jahresdurchschnitt 257 327 Mitglieder. Mit 11 507 zusätzlichen Mitgliedern gab es ein Nettowachstum von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Familienversicherten stieg auf 99 153, so dass im Jahr 2012 insgesamt 356 480 Menschen bei der HKK versichert waren. Die HKK-Versicherten sind zudem überdurchschnittlich jung – mit einem Altersdurchschnitt von 40 Jahren liegen sie deutlich unter dem Altersdurchschnitt aller in Deutschland gesetzlich Versicherten (44,4 Jahre). Etwa 60 Prozent der HKK-Versicherten stammen aus Niedersachsen.

Zunehmend unterstützt die HKK Alternativmedizin und Vorsorgeleistungen. Seit Jahresbeginn erstattet sie 50 Prozent der Kosten für Naturarzneimittel und für die Osteopathiebehandlung bei Kindern und Jugendlichen – insgesamt bis zu 100 Euro pro Kalenderjahr. „Ab Oktober können sich alle Versicherten 80 Prozent der Kosten für Osteopathie erstatten lassen, und zwar pro Kalenderjahr bis zu fünf Mal 40 Euro, insgesamt bis zu 200 Euro“, so der Sprecher. Kostenerstattungen gibt es zudem für Schwangere und ab Juli bei sportmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen. Für Januar 2014 plant die HKK, die zusätzlichen Alternativ- und Vorsorgeleistungen in ein „Gesundheitskonto im Wert von kalenderjährlich mindestens 250 Euro“ zu überführen.

HKK-Vorstand Michael Lempe hätte gern mehr solcher Gestaltungsmöglichkeiten. Er sagt: „Wir fordern, dass den Kassen wieder mehr Finanzautonomie übertragen wird – zum Beispiel durch die Wiedereinführung kasseneigener Beitragssätze.“ Lempe ist dafür, den Gesundheitsfonds abzuschaffen. Kasseneigene Beitragssätze seien fairer und wirtschaftlicher.

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