Gedichte, Erfahrungsberichte, traurige und lustige Anekdoten über MS

„Das Buch soll Mut machen“

Heike Röben lässt sich von der Krankheit Multiple Sklerose nicht unterkriegen. Sie hat ein Buch mit dem Titel „Madame Sabotage“ veröffentlicht, das Gedichte, Erfahrungsberichte, traurige und lustige Anekdoten von MS-Betroffenen enthält.
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Heike Röben lässt sich von der Krankheit Multiple Sklerose nicht unterkriegen. Sie hat ein Buch mit dem Titel „Madame Sabotage“ veröffentlicht, das Gedichte, Erfahrungsberichte, traurige und lustige Anekdoten von MS-Betroffenen enthält.

Bremen - Von Nina Seegers. Vor fünf Jahren traf sie die Nachricht wie ein Schlag: Die damals erst 31-jährige frischgebackene Mutter Heike Röben erhielt die Diagnose Multiple Sklerose. Von der Krankheit lässt sich Röben jedoch nicht unterkriegen. Jetzt hat sie ein Buch veröffentlicht, das Gedichte, Erfahrungsberichte, traurige und lustige Anekdoten von insgesamt 57 MS-Betroffenen enthält.

„Das Buch soll MS-Patienten und deren Angehörigen Mut machen sowie Nicht-Betroffene über die Krankheit aufklären“, erklärt die Herausgeberin. Seit vergangenem September hat sie neben Kind und Job in ihrer Freizeit wie eine Berserkerin an dem Buchprojekt gearbeitet, um es zu veröffentlichen. Herausgekommen sind unter dem Titel „Madame Sabotage“ nun 74 völlig unterschiedliche Texte von 57 Autoren. Inspiriert wurde Röben durch eine Gruppe von MS-Betroffenen auf Facebook. Dort habe sie so häufig schöne, motivierende Beiträge gelesen, dass sie die Idee hatte, Inhalte zu sammeln und in Buchform herauszugeben. Ein Teil des Verkaufserlöses kommt der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft sowie der Nathalie-Todenhöfer-Stiftung, die MS-Betroffenen in Not hilft, zugute.

Die Herausgeberin hat selbst auch einen Text zu dem Buch beigesteuert. Er handelt von eben jenem Augenblick, als sie von der Nachricht erfuhr, an MS erkrankt zu sein. „Mein Sohn war erst sechs Monate alt, als ich meinen ersten Schub hatte“, erzählt sie. Röben litt damals an einer Sehnerventzündung. Als nur wenige Monate später schon der zweite Krankheitsschub folgte, stand fest, dass die Bremerin an MS erkrankt war. „Diese Nachricht reißt einem völlig den Boden unter den Füßen weg. Eigentlich stimmte alles in meinem Leben, als ich diesen Schicksalsschlag erlitt.“ Ihre schlimmste Angst damals war, dass sie schon bald an einen Rollstuhl gefesselt sein könnte.

Heike Röben kann sich jedoch glücklich schätzen, dass die Krankheit bislang vergleichsweise harmlos verlaufen ist. Seit 2011 hat sie keinen weiteren Schub erlitten, und seit einem halben Jahr nimmt sie noch nicht einmal mehr Medikamente ein. Trotzdem weiß die 36-Jährige, dass MS-Betroffene auf einem Pulverfass sitzen, das jederzeit explodieren kann. Sich diese Tatsache jedoch kontinuierlich vor Augen zu führen, bringe niemanden weiter, weiß Röben. So hat auch sie die Krankheit zwar akzeptiert, aber aus ihrem Lebensalltag so weit wie möglich verdrängt. Die 36-Jährige versucht, so normal wie möglich zu leben, sich so wenig wie möglich von der „Madame Sabotage“ einschränken zu lassen. „Ich habe mich mit meiner Krankheit, dem Mitbewohner in meinem Kopf, arrangiert“, sagt sie.

Eine wirklich große Stütze waren und sind für Röben ihre Angehörigen. „Mein Mann hat von Anfang an die Ruhe bewahrt und ist vergleichsweise unbeschwert mit der Krankheit umgegangen. Er hat mir immer versichert, dass wir das hinkriegen“, erinnert sich die MS-Betroffene. Die Krankheit hat die damals jungen Eltern zusammengeschweißt. Inzwischen haben sie sich in Vegesack den Traum vom eigenen Haus erfüllt und haben geheiratet.

„Madame Sabotage“ kostet als Taschenbuch 14,90 Euro und kann in jedem Buchhandel bestellt werden. Das E-Book gibt es für 8,99 Euro.

www.msprojekt.jimdo.com

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