Kommentar von Thomas Kuzaj

Geben Sie Ihr Amt ab, Frau Senatorin!

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Nun hat sie ihn also doch noch rausgeworfen. Nach dem Tod zweier weiterer Frühchen im Klinikum Bremen-Mitte stellte Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) gestern Diethelm Hansen, den Chef der Klinik-Holding Gesundheit Nord, „vorläufig frei“, wie es euphemistisch heißt.

Hansens Krisenmanagement sorgt für Kritik. Krisenmanagement – ein schrecklich technokratisches Wort, besonders angesichts des Todes von Kindern. Gleichwohl wird über genau dieses Thema zu reden sein. Wie die Verantwortlichen damit umgegangen sind, wirft Fragen auf.

Thomas KuzajBereits im vorigen Jahr kamen am Klinikum Mitte drei Babys durch multiresistente Keime ums Leben. Erst diese Woche, am Dienstag, wurde bekannt, dass der gefährliche Keim schon mindestens seit 2009 in der Klinik vorhanden war. Vor dem Hintergrund der Todesfälle von 2011 ist es unverständlich, dass das erst jetzt herausgekommen ist. Hansen muss sich das vorwerfen lassen, es fällt auch in seine Verantwortung. Wie auch die (vielleicht zu) schnelle Wiederöffnung der Frühchen-Station.Es gibt aber noch eine weitere Form der Verantwortung – die politische. Die Bildungspolitikerin Jürgens-Pieper hat das Gesundheitsressort nach den rot-grünen Koalitionsverhandlungen im Anschluss an die Bürgerschaftswahl vom Mai 2011 übernommen. Hansen wurde vor ihrer Zeit engagiert, 2008. Sehr wohl in Jürgens-Piepers Zeit aber fällt das Krisenmanagement im Zusammenhang mit den Todesfällen. Die Senatorin ist zudem Aufsichtsratsvorsitzende der Gesundheit Nord.

Thomas Kuzaj

In der Rückschau – und sicher auch unter dem Eindruck der jüngsten Todesfälle – von einem „schleichenden Vertrauensverlust“ zu sprechen, wie es Jürgens-Pieper gestern mit Blick auf Hansen getan hat, ist das eine. Wer aber hat denn zugelassen, dass dieser Vertrauensverlust sich – um im Bild zu bleiben – „einschleichen“ konnte? Das war dann doch wohl die Senatorin selbst.

Die Bremer CDU, angesichts ihrer inneren Zerstrittenheit sicher nicht die beste und stärkste Opposition im Lande, hatte Hansens Beurlaubung schon im November gefordert. Jürgens-Pieper folgte der Forderung damals nicht. Es folgten die schnelle Wiedereröffnung der Station, die neuen Todesfälle und der späte Fund von Keim-Unterlagen aus zurückliegenden Jahren.

Wie es scheint, hat sich Jürgens-Pieper in der Krise auf die falschen Leute verlassen. Dass sie von diesen – wie eben von Hansen – nun abrückt, ist keine Lösung. Die Bildungspolitikerin sollte das Gesundheitsressort abgeben.

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