Gebäude verwüstet: 22-Jähriger bekommt Geldstrafe

Randale im Vollrausch – 81.000 Euro Schaden

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In diesem Gebäude hat Tobias K. am 22. Oktober 2014 gewütet.

Bremen - Von Steffen Koller. Es begann mit einer Partynacht und endete in Randale: Weil Tobias K. (22) Ende Oktober 2014 in einem Gebäude am Bremer Hauptbahnhof alles demolierte, hat ihn das Amtsgericht gestern wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe verurteilt. Doch das dicke Ende kommt wohl noch.

Fenster eingeschmissen, Aktenschränke zu Boden geworfen, Stühle, Lampen, Monitore und Drucker zerstört. Als Tobias K. am 22. Oktober erst auf dem Freimarkt ist und anschließend in einer Disco am Herdentorsteinweg feiern geht, ahnt wohl niemand, dass der junge Mann wenige Stunden später in einem Bürogebäude „so gut wie alles demoliert und verwüstet“, wie der Staatsanwalt gestern in seiner Anklageschrift sagte. Doch so kam es, und das lässt K. auch über seinen Anwalt mitteilen. „Er war da, er wurde festgenommen“, so die knappe Ausführung des Anwalts. Doch könne er sich bis heute nur an die Party davor erinnern, sagte sein Verteidiger vor Gericht. Als sein Gedächtnis wieder einsetze, habe er Polizisten gesehen und war schon auf der Wache, fügte K. gestern hinzu. Wie es dazu kam, was ihn antrieb, dass er mit seinem nächtlichen Wutausbruch einen Schaden von rund 81 000 Euro anrichtete, wisse er schlicht nicht mehr.

Nach Auffassung des Staatsanwaltes war K. gegen 4.30 Uhr in das Gebäude eingedrungen und schleuderte Bänke gegen Fensterscheiben. Anschließend soll er mehrere Aktenordner mit vertraulichen Kundeninformationen auf die Straße geworfen haben. Doch damit nicht genug, habe er sich im siebten Stock des Gebäudes einen Feuerwehrschlauch genommen und das Gebäude unter Wasser gesetzt. Als alarmierte Polizisten eintrafen, habe K. erst mit einem Blumenkübel, dann mit einem Werbeaufsteller nach den Beamten geworfen. Deswegen musste sich der Mann aus Osterholz-Scharmbeck anfangs auch wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung verantworten. Da keine Zeugen gehört wurden und niemand verletzt wurde, strich der Staatsanwalt diesen Anklagepunkt.

Richter Hans Ahlers verurteilte K. zu 110 Tagessätzen zu je 20 Euro. Maßgeblich fürs Urteil des Amtsgerichts war auch der Alkoholpegel, den der junge Mann zur Tatzeit intus hatte. Kurz nach 8 Uhr, knapp vier Stunden nach der Randale, wurde 1,52 Promille festgestellt. „Wir können davon ausgehen, dass Sie wohl über zwei Promille drin hatten“, so Ahlers, der, genau wie der Staatsanwalt, eine „erheblich verminderte Schuldfähigkeit“ des Anklagten für erwiesen hielt.

Doch so glimpflich der 22-Jährige aus strafrechtlicher Sicht davonkommt, so hoch könnten die Forderungen auf zivilrechtlicher Seite sein. „Sie werden da noch lange dran zu knabbern haben – womöglich Ihr Leben lang“, so Ahlers, der damit auf den Sachschaden von mehr als 80 000 Euro anspielte.

Allein durch Wiederbeschaffungsmaßnahmen zerstörter Gegenstände und vernichteter Akten sollen Kosten von etwa 35 000 Euro entstanden sein, hieß es gestern.

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