Andrang beim „Schnoorfest“ / Zehn Jahre Bremer Geschichtenhaus

Gaukler, Ritter, „Juxmajor“

Spektakel im Schnoor – auch mittelalterliche Musikanten gehörten dort am Wochenende zum Festprogramm. Das Geschichtenhaus bietet unterdessen seit zehn Jahren Touren durch bremische Historie. - Foto: Koller

Bremen - Von Steffen Koller. Ein Fest im historischen Herzen der Stadt. Das Bremer Geschichtenhaus im Schnoor feierte am Wochenende sein zehnjähriges Bestehen. Neben prominenten Gratulanten gab es Mittelalter-Flair und altertümliche Musik. Viele Gäste drängten sich beim „Schnoorfest“. Doch bevor die große Party beginnen konnte, war zunächst einmal ein Kraftakt zu bewältigen.

Kutschen ziehen durch die engen Straßen des Schnoorviertels, bunte Luftballons weisen den Weg zum eigentlichen Ort der Feierlichkeiten. Am Bremer Geschichtenhaus sind Bäume geschmückt, Stelzenläufer empfangen die Besucher.

Unter ihnen ist auch Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD), der zur Begrüßung warme Worte für das Haus, aber auch den Beschäftigungsträger „Bras“ parat hat. Sieling gratuliere „gerne und von ganzem Herzen“, betont er. Das Haus und „Bras“ seien Projekte, womit sich Bremen „toll präsentieren“ könne, so Sieling weiter.

Seit 2006 besuchten das Geschichtenhaus nach Angaben der Verantwortlichen mehr als 292.000 Besucher, darunter viele Schulklassen und Touristen. Vor zehn Jahren begann die Arbeit mit zwölf Mitarbeitern, aktuell seien es mehr als 100, was vor allem der Arbeit des Beschäftigungsträgers geschuldet sei, hieß es bei der Begrüßungsrede. Und weil das Geschichtenhaus ohne den Schnoor wohl nie so weit gekommen wäre, folgte im Anschluss auf zwei Festmeilen „Das große Schnoorfest für alle“.

Gaukler, Piraten, Ritter und andere in mittelalterliche Gewänder gehüllte Menschen ziehen ihre Runden, Besucher lassen sich bei einer Handleserin erklären, was die Zukunft parat hält, während durch die schmalen Gassen Renaissance- und Barockmusik hallt.

Seiler zeigen ihr Handwerk, Schmiede klopfen die heißen Eisen im Schatten der Gebäude. Und natürlich kommen die Kleinen auch nicht zu kurz. Insgesamt wollen letztlich mehr als 70 Attraktionen bestaunt werden.

Ingrid und Bernd aus Hamburg sind heute ganz zufällig hier vorbeigekommen, erzählen sie – und fügen an: „Jetzt bleiben wir erstmal hier. Das ist superinteressant.“ Auch Nicole und Julia, die gebürtig aus Bremen stammen, wollten nur „eine Runde drehen“. „Doch jetzt gucken wir uns das ganze Spektakel etwas länger an.“

Bevor bis in den frühen Abend hinein gefeiert, getrunken und getanzt wurde, musste zunächst einmal ein wahrer Kraftakt erledigt werden. Am St.-Jakobus-Packhaus im Schnoor fehlte lange Zeit die namensgebende Statue des Jacobus Major, im Volksmund auch „Juxmajor“ genannt. Jetzt wurde sie mit Seilwinde, Hubwagen und frisch restauriert an ihren eigentlichen Platz gehievt wurde. Isabell aus Bremen, die gerne durch das gemütliche Viertel schlendert, zeigte sich besonders froh über den „verlorenen Sohn“, wie sie sagt.

Carsten Sieling brachte es abschließend auf den Punkt: „Macht einfach weiter so. Auf die nächsten zehn Jahre.“

Das Bremer Geschichtenhaus im Schnoor öffnet montags in der Zeit von 12 bis 18 Uhr sowie dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Letzte Führung jeweils um 17 Uhr.

www.bremer-geschichtenhaus.de

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