„Die Dame in Grün“: Sherlock Holmes ermittelt in der Friesenstraße

Ein garantierter Mordsspaß

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Sherlock Holmes (l.) und Inspektor Gregson bei der Leichenschau. ·

Bremen - Von Corinna LaubachEs riecht noch nach frischer Farbe, und hier und da fehlt überdies der optische Feinschliff, aber auf der Bühne funktioniert alles tadellos. Die Umwandlung des „Szenarios“ in der Friesenstraße vom Tanzstudio zur Spielstätte des Bremer Kriminaltheaters ist geglückt.

Mit einer temporeichen und sehr unterhaltsamen Mörderjagd hat das kleine private Theaterhaus seine neue Wirkungsstätte vor nahezu vollem Haus jetzt stilecht im Steintor eingeweiht.

Der Meister aller Detektive, Sherlock Holmes (Christian Aumer), und sein Assistent Dr. Watson (Bernd Lanzke) sind auf der Suche nach einem skrupellosen Frauenmörder in London. Fünf grausame Morde samt sorgsam abgetrennter Zeigefinger sind zu verbuchen. Das eingespielte Duo stolpert bei „Die Dame in Grün“ über den übereifrigen, aber leicht verwirrten Scotland-Yard-Ermittler Gregson (Mark Derichs), einen erbitterten Widersacher (Oliver Peuker) und eine betörende Frau (Isabella Rapp) mit hypnotischen Fähigkeiten. Welcher Wahnsinnige mag hinter diesem brutalen Killer stecken? Holmes heftet sich samt obligatorischer Lupe in der Hand und Cape um den Schultern an die Fersen des Mörders. Mit großer Liebe zum Detail sind die Charaktere ausgestattet, eine überzeugende Reise zurück in die Zeit, in der es noch gediegene Bibliotheken (wenn auch aus Pappe), Telefone mit Vermittlung und Männer mit Hut und Frauen in langen Roben gab (Bühne: Gisela Brünker; Kostüm: Bianca Oostendorp).

Der Krimi-Klassiker von Sir Arthur Conan Doyle in dieser schwungvollen und zuweilen herrlich ironischen Inszenierung von Ralf Knapp sorgt für drei Stunden voller Spannung, kerniger Charaktere und reichlich Raum fürs gute, kriminalistische Spiel. Mit facettenreichen und oftmals humoristischen Einfällen lässt Knapp die Figuren großzügig agieren. Da darf auch der ewig Zweite, Watson, mal so richtig seine Meinung über den Egomanen Holmes sagen. Das Quintett auf der Bühne überzeugt in einer Vielzahl an Rollen. Sherlock Holmes erweist sich dank der agilen Regie und des Ensembles als ein echter Mordsspaß. Tosender Applaus vom Premierenpublikum. Die Feuerprobe ist bestanden.

Die nächste Vorstellungen stehen heute, am Sonnabend, sowie von Donnerstag, 27. Oktober, bis Sonnabend, 29. Oktober, jeweils um 20 Uhr im neuen Bremer Kriminaltheater an der Friesenstraße 16–19 auf dem Programm. Karten gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

http://www.bremer-kriminal-theater.de

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