„Auf einen Espresso“ mit Benefiz-Veranstalter Andreas von Salzen

Galaabend mit Mütze

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Andreas von Salzen trug auch zum Anzug seine Baseballmütze. ·

Bremen - Von Ilka Langkowski„AVS & Friends“, unter diesem Namen sammelt der um Andreas von Salzen gegründete gemeinnützige Verein Geld für an Krebs erkrankte Menschen in finanzieller Not. Der Bremer Schifffahrtskaufmann von Salzen war vor sieben Jahren selbst an Leukämie erkrankt und hat über Monate gegen die Krankheit gekämpft.

Heute sieht der 47-Jährige die größte Herausforderung seiner ehrenamtlichen Tätigkeit darin, die finanzielle Bedrängnis, in die eine Krebserkrankung andere Betroffene und deren Familien stürzen kann, zu lindern.

Alle zwei Jahre startet der Verein eine große Benefiz-Veranstaltung mit Fußballturnier und Abendgala. Von Salzen hat sich Zeit für unsere Serie „Auf einen Espresso“ genommen, in der wir Bremer Prominente und engagierte Macher ein wenig privat vorstellen – mit einem Gegenstand, der für sie eine besondere Bedeutung hat.

Lange Zeit erkannte man von Salzen schon aus der Ferne an seinem Baseball-Cap, das er stets trug – sogar zum ersten Galaabend von „AVS & Friends“. Diese Schirmmütze konnte von Salzen trotz oder wegen ihrer besonderen Bedeutung nicht mitbringen.

„Ich weiß einfach nicht, wo sie ist“, sagt er. Ende 2009 wollte von Salzen die Mütze nicht mehr tragen. „Sie hat mich aber lange durch die Krankheit begleitet, so dass die Farbe schon herausgewaschen war“, erzählt er. Bekommen hatte er das Baseball-Cap von seiner Mutter. Sie hatte ihrem Sohn die Schirmmütze während der Chemotherapie mitgebracht.

„Immer, wenn ich rausging, habe ich sie aufgesetzt“, erzählt von Salzen. Warum er die Mütze trug, weiß er nicht genau. Vielleicht habe er sich geschämt oder es war einfach Gewohnheit geworden, überlegt er. Vielleicht sei die Mütze auch eine Art Schutz geworden, der ihm in einer schweren Zeit Sicherheit gab. Denn nach Chemo- und Strahlentherapie war es ein großer Schritt, überhaupt wieder selbst laufen zu können, sagt von Salzen. Unterstützt haben ihn seine Frau und seine Freunde. Auch heute noch gebe es immer wieder kleine Schritte der Besserung, erzählt er, die seien allerdings nach außen nicht so sichtbar. Die Kappe braucht von Salzen dabei nicht mehr zu tragen, aber es gibt die Mütze noch – irgendwo. Für den Espresso-Schnack hat er deswegen eine Fotografie des Originals dabei.

„Man hängt sehr am Leben“, sagt von Salzen, „früher dachte ich immer, wenn man jung ist, gehe der Kelch einfach an einem vorüber.“ Nun kümmert er sich um andere, die um ihr Leben kämpfen.

Er hat mit Freunden den Verein „AVS & Friends“ gegründet. Dort geht sein Einsatz in Zusammenarbeit mit der Krebshilfe auch ohne Kappe mit vollem Engagement weiter. Durch die ehrenamtliche Arbeit werden alle Spenden zu 100 Prozent weitergegeben.

„Da verzichten wir bei den Benefizabenden ganz bewusst auf Schicki-Micki, trotz prominenter Gäste“, sagt von Salzen. Die Kartenpreise liegen unter 100 Euro, und das Auftreten der Gäste ist eher sportlich-elegant.

Sechs fixe Fragen

Was verbindet Sie mit Bremen?

Von Salzen:Ich finde Bremen gut. Ich mag die Stadt, wie sie ist, klein und überschaubar.

Welchen Ort mögen Sie besonders?

Von Salzen:Dieses Café an der Contrescarpe.

Was würden Sie auswärtigen Gästen in Bremen zeigen?

Von Salzen:Den Marktplatz, Bremens „gute Stube“.

Welches ist Ihr Lieblingstier?

Von Salzen:(lacht) Kein Pferd. Raubkatzen finde ich faszinierend.

Was würden Sie tun, wenn Sie jetzt spontan einen Tag frei hätten?

Von Salzen:Ich würde meine Frau und meine kleine Tochter schnappen und nach Norderney fahren. Da die Insel tidenunabhängig ist, fahren dort die Fähren öfter.

Was macht Sie schwach?

Von Salzen:Eis und Schokolade.

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