„Funtastisch“ im GOP: Klassisches Varieté mit poetischer Artistik

Komische Körperkunst

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Das kanadische Trio „Spicy Circus“ macht die knapp fünf Meter hohe Hausfassade auf der Bühne zu seiner Spielwiese.

Bremen - Von Viviane Reineking. Achtung, lustig: Mit Moderator und Zauberer Jan Mattheis und dem bekannten Körperillusionisten „Herrn Niels“ reizt das GOP-Theater bei der Premiere seiner neuen Show am Donnerstagabend vor allem die Lachmuskeln der Zuschauer. Zugleich ist „Funtastisch“ klassisches Varieté mit anspruchsvollen Darbietungen.

„Sollte unser Programm zu einer Katastrophe werden, ähm – sollte es während der Show zu einer Katastrophe kommen ….“ Das Publikum kommt kaum mit dem Zuhören hinterher, so schnell und wortgewandt beginnt Moderator Jan Mattheis die rund zweistündige Vorstellung, die er in der Rolle eines klassischen Conférenciers begleitet.

Aber nein, eine Katastrophe ist die neue Show ganz sicher nicht. Dafür sorgt auch Publikumsliebling „Herr Niels“. Mit entrücktem Dackelblick und Knochen wie aus Gummi wabert der Körperillusionist scheinbar schwerelos durch den Raum, lehnt so überzeugend an einem imaginären Tresen und verblüfft mit seinen Slow-Motion-Bewegungen, dass das Publikum ihn und seine komische Körperkunst sofort ins Herz schließt.

Neben dem Pantomimen ist aber vor allem eine Star des zehnköpfigen Ensembles: Mit ihrem Cyr, einem körperhohen Reifen, der erst seit rund zehn Jahren auf den Varietébühnen zu sehen ist, liefert die Kalifornierin Angelica Bongiovonni eine mädchenhaft-verträumte wie faszinierende Darbietung ab. Anspruchsvolle Tanzkunst trifft auf poetische Artistik, wenn sie sich in ihrem „Single Wheel“ dreht, ohne mit ihrem Körper den Boden zu berühren. Später ist die 25-Jährige auch am Trapez zu sehen. Dann reißen der Hannoveraner Moderator und sein possierlicher Skunk „Gottfried“ die Zuschauer aus ihren Träumen: Als Bauchredner zeigt Mattheis eine anspruchsvolle Tierdressur – es wird gegluckst und gekichert im Saal.

Dominiert wird die Bühne in der Überseestadt von einer knapp fünf Meter hohen Hausfassade in Backsteinoptik – „der größte Aufbau, den man in diesem Haus haben kann“, so GOP-Hausregisseur Knut Gminder. Warum, erschließt sich dem Publikum erst am Schluss. Bis dahin zeigen noch einige weitere junge Artisten ihr Können im Schatten der Kulisse.

Anmutig lässt die Amerikanerin und studierte Malerin Michelle Clark ihre schillernden Hula-Hoop-Reifen über ihren Körper tanzen. Abgelöst wird sie allerdings ab Juni von der Aus-tralierin „Pippa the Ripper“. Kraftvoll zeigt Roman Khaperskiy aus Moskau Equilibristik auf seinem beweglichen Handstandapparat. Und Dominique Bouchard wirbelt Diabolos (chinesische Doppelkreisel) durch die Luft. Eher sportlich als elegant der Act von Pavel Gurov an der Vertikalstange: Der Gewinner einer TV-Castingshow saust gar im Sitzen von oben Richtung Bühnenboden.

Gegen Ende der Show rückt dann die große Backsteinfassade ins Scheinwerferlicht: Salti schlagend macht das Trampolin-Trio von „Spicy Circus“ im Outfit der 50er Jahre die ungewöhnliche Kulisse zu seiner Spielwiese.

Zu sehen ist „Funtastisch“ bis zum 12. Juli mittwochs bis sonntags achtmal die Woche, freitags bis sonntags jeweils zweimal täglich. Karten sind unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung erhältlich.

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