Fundament des Wahrzeichens wird erhalten / Heimstiftung investiert in Oktogon für Senioren sieben Millionen Euro

Waller Wasserturm: Platz für 42 Wohnungen

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So soll er aussehen, der neue Waller Wasserturm. Ulrich Tilgner (v.l.), Alexander Künzel und Jutta Dunker zeigen das Modell.

Bremen - Was viele Jahre geplant wurde, nimmt nun Gestalt an: Im März beginnen die Bauarbeiten am Waller Wasserturm. Hier lässt die Bremer Heimstiftung ein siebenstöckiges Gebäude mit 42 Wohnungen in direkter Nachbarschaft zum Stiftungsdorf Walle errichten.

„Es ist ein ambitioniertes und hochwertiges Projekt“, sagte Alexander Künzel, Vorstandschef der Heimstiftung. So würden sieben Millionen Euro in den Bau von Senioren-Wohnungen oder – bei Bedarf und auf Nachfrage – in die Entwicklung von Senioren-WGs investiert. Beflügelt durch die niedrigen Zinsen, könne das Vorhaben endlich in Angriff genommen werden. „Wir haben alles rund – von der Gründung des Gebäudes bis hin zur Finanzierung“, so Künzel weiter. Das Bauwerk habe ihn vor mehrere Herausforderungen gestellt, sagte Architekt Ulrich Tilgner: „Es war uns wichtig, das Fundament des ehemaligen Waller Wahrzeichens zu erhalten, doch es kann das Haus nicht tragen. Die neue Gründung muss sozusagen durch das alte Fundament hindurch erfolgen, um die expressionistische Gestaltung zu bewahren.“ Angelehnt an den alten Turm, ein Oktogon, galt es, die Form eines regelmäßigen Achtecks bei der Planung der Wohnungen zu berücksichtigen. „Sie haben alle ein oder zwei Balkone, die sich wie Wellen um das Gebäude schmiegen. Dadurch fällt viel natürliches Licht in die Räume“, so Tilgner. Licht, so die Befürchtung einiger Bewohner des Stiftungsdorfes Walle, das ihnen fehlen könne. Man habe bewusst darauf geachtet, verglichen zu dem alten Turm nicht zu hoch zu bauen und helle Klinker für die Fassade zu wählen, um das Umfeld nicht zu verdunkeln, betonte der Architekt: „Der neue Wohnturm wird 22 Meter messen und bleibt damit unterhalb der Hochhausgrenze. Wir wollen, dass das Haus ein echtes Schmuckstück für den Stadtteil wird.“ So werde auch der Außenbereich in die Planung einbezogen. Ein neues Wegesystem soll entstehen, der Garten vor dem Haus in die Grünanlage an der Karl-Peters-Straße übergehen, um einen kleinen Park zu schaffen. Dafür müssten allerdings Parkplätze verlegt werden.

Die Bauzeit wird voraussichtlich eineinhalb Jahre betragen – eine lange Zeit mit Lärm und Schmutz, wie einige Anwohner finden. „Wir können natürlich nicht leise bauen. Und wo gehobelt wird, fallen Späne. Wir arbeiten jedoch viel mit Bauteilen, die verklebt werden und halten uns selbstverständlich an die werktäglichen Regelarbeitszeiten“, versprach Ulrich Tilgner. Jutta Dunker, die neue Leiterin im Stiftungsdorf Walle, sicherte Bewohnern ihres Hauses zu, die Zuwege durch mehr Reinigungseinsätze sauberzuhalten. Zudem bot der Architekt an, auf Wunsch vor Ort zu prüfen, wie Schmutz und Lärm in Wohnungen gemindert werden könnten, die der Baustelle zugewandt seien. Alexander Künzel appellierte an die Anwohner, das Projekt als Chance zu betrachten. „Hier entsteht etwas, von dem sie profitieren können. Es sind Kooperationen angedacht, die Ihnen neue Angebote und Möglichkeiten eröffnen.“ Erste Wünsche wurden bereits geäußert – ein Café im Haus und ein Quartiersbus zur Anbindung an den Nahverkehr. Zwei Nachbarinnen des Waller Wasserturms freuten sich, dass hier etwas passiert: „Wir haben jetzt so lange auf ein dunkles Loch geschaut, es wird Zeit, mal etwas Schönes zu erblicken.“

gn

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