Rumpf der „Seuten Deern“ liegt am Ende der Baltimore-Pier in Bremerhaven

Fürs Abwracken fehlen Bremen drei Millionen Euro

Im Sandbett: Die „Seute Deern“ wartet darauf, abgewrackt zu werden. Doch noch fehlt das Geld.
+
Im Sandbett: Die „Seute Deern“ wartet darauf, abgewrackt zu werden. Doch noch fehlt das Geld.

Bremerhaven - Viel ruhmloser kann ein Großsegler nicht enden. Seit Monaten liegt der marode Holzrumpf der „Seuten Deern“ in einem Sandbett am Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven. Viel gearbeitet wird am einstigen Wahrzeichen der Seestadt nicht. Derzeit werde das Schiff digital vermessen und dokumentiert, sagt DSM-Sprecher Thomas Joppig. Originalteile wie die Galionsfigur und das Steuerrad seien geborgen worden.

Eigentlich soll die „Seute Deern“ (Plattdeutsch für „süßes Mädchen“) abgewrackt werden, nur das Geld dafür ist noch nicht da. Außerdem stecken das Bundesland Bremen, die Stadt Bremerhaven, das DSM und der Bund in komplizierten Gesprächen: Was soll nach der „Seuten Deern“ kommen, wie geht es mit den anderen Museumsschiffen des DSM weiter? Denn auch unter ihnen gibt es mehrere Sanierungsfälle.

Seute Deern: Konstruktiver Totalschaden

„Die Rückbaukosten betragen rund drei Millionen Euro“, sagte Sebastian Rösener, Sprecher der Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD). Das DSM kann die Summe nicht aufbringen. Also müssten die Museumsstifter einspringen, das Land Bremen und die Stadt Bremerhaven. Darüber befinde man sich „aktuell in Gesprächen“, so Rösener.

Ganz wasserdicht war der Holzplankenrumpf des Frachtseglers nie, seit er 1919 als „Elisabeth Bandi“ in den USA vom Stapel lief. Auch solange die „Seute Deern“ als Restaurant in Bremerhaven lag, musste ständig gepumpt werden. Knüppeldick kam es ausgerechnet im Jubiläumsjahr 2019. Erst brannte es in der Nacht zum 16. Februar in der Bordküche. Dann versagten am 30. August die Pumpen und das Schiff versank im Hafenbecken. Mit dm Unfall erledigten sich alle Pläne, den 100 Jahre alten Dreimaster zu sanieren. Die „Seute Deern“ sei ein „konstruktiver Totalschaden“, teilte das DSM mit.

Seute Deern: Heben kostet 1,65 Millionen Euro

Und der Unfall war eine teure Angelegenheit, noch bevor das eigentliche Abwracken beginnt. 1,65 Millionen Euro kostete nach Senatsangaben das Heben des Schiffes und das monatelange Flotthalten mit starken Pumpen. Das Land Bremen und Bremerhaven hatten mit 1,1 Millionen Euro gerechnet. Ende März wurde der Rumpf an das Ende des Hafenbeckens Baltimore-Pier geschleppt, auf Sand gesetzt und leergeräumt. Kosten: 830 000 Euro.

Im Herbst hatten sich eigentlich alle Seiten mit dem Verlust des Segelschiffs abgefunden, da machte unerwartet der Bundestag 46 Millionen Euro locker: für einen neuen Museumssegler in Bremerhaven.

Noch fehlt aber ein Konzept, was mit dem Geldsegen aus Berlin geschehen soll. In Bremerhavener Auftrag wird derzeit ein Gutachten erstellt mit verschiedenen Vorschlägen. Das Papier soll Ende August oder Anfang September kommen.  dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Emmys: Viel Kritik an Trump - und eine deutsche Siegerin

Emmys: Viel Kritik an Trump - und eine deutsche Siegerin

Wie werde ich Baumpfleger/in?

Wie werde ich Baumpfleger/in?

Das richtige Make-up bringt Frische ins Büro

Das richtige Make-up bringt Frische ins Büro

"Super-Poga" als Sieger am Ziel - "Fühlt sich verrückt an"

"Super-Poga" als Sieger am Ziel - "Fühlt sich verrückt an"

Meistgelesene Artikel

Messerattacke im Bremer Steintor-Viertel: 25-Jähriger in Lebensgefahr

Messerattacke im Bremer Steintor-Viertel: 25-Jähriger in Lebensgefahr

Messerattacke im Bremer Steintor-Viertel: 25-Jähriger in Lebensgefahr
Bremer „Freipaak“: Zwei Eingänge und 100 Schausteller auf der Bürgerweide

Bremer „Freipaak“: Zwei Eingänge und 100 Schausteller auf der Bürgerweide

Bremer „Freipaak“: Zwei Eingänge und 100 Schausteller auf der Bürgerweide
Bremen: 25-Jährige liefert sich Verfolgungsjagd auf der A1 - plötzlich sehen Polizisten, wer im Auto sitzt

Bremen: 25-Jährige liefert sich Verfolgungsjagd auf der A1 - plötzlich sehen Polizisten, wer im Auto sitzt

Bremen: 25-Jährige liefert sich Verfolgungsjagd auf der A1 - plötzlich sehen Polizisten, wer im Auto sitzt
Und wieder brennen Autos

Und wieder brennen Autos

Und wieder brennen Autos

Kommentare