Fünf Werder-Spielerinnen besuchen Ausstellung in der Kunsthalle

Verbindende Emotionen

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Stephanie Goddard (v.l.), Marie-Louise Eta, Lisa-Marie Scholz, Marie Doll und (verdeckt) Daniela Schacher jubeln, diesmal für Facebook …

Bremen - Von Ralf Sussek. Es gibt Gemeinsamkeiten – wenn man sie sucht. So manches Werk in der Ausstellung „Den Teufel im Leib“ in der Kunsthalle findet seinen Widerhall in Fotos von Sportlern. Davon überzeugten sich gestern fünf Fußballerinnen des SV Werder Bremen.

…und hören Dr. Kai Hohenfeld vor einem der Werke der Ausstellung „Den Teufel im Leib. Affekt und Bewegung in der italienischen Grafik des 16. Jahrhunderts“ aufmerksam zu.

Auf den ersten Blick können die mimischen und gestischen Darstellungen der Kupferstiche in der aktuellen Ausstellung übertrieben, nicht zeitgemäß wirken. Es braucht aber noch nicht einmal den zweiten Blick, um in einigen Werken anhand beispielhaft herausgesuchter Pressefotos Parallelen zur modernen Welt wiederzufinden. Die rund 50 ausgestellten Kupferstiche zeigen ineinander verschränkte, ringende Athleten oder sich auftürmende, idealisierte Körper – auf jeden Fall aber hochemotionale Gesichter. Und diese Emotionen sind es auch, die eine Brücke zum Sport schlagen, eine Brücke vom größten Verein Bremens (Werder, rund 40000 Mitglieder) zum zweitgrößten (Kunsthallenverein, rund 7000), wie es gestern hieß.

Anhand von vier ausgesuchten Werken wurde den fünf Werder-Spielerinnen das technische Geschick der italienischen Kupferstecher erklärt, Emotionen und dynamische Körper darzustellen. Pressefotos der Werder Frauenfußballmannschaft (2. Bundesliga) dienten als Vergleichsmittel.

Parallelen? Daniela Schacher zeigt vor dem Kupferstich „Schreihals“ ein Foto von sich, auf dem sie jubelnd auf Mitspielerin Maren Wallenhorst zuläuft.

Im 16. Jahrhundert wurde die Darstellung von Bewegung zu einem Schönheitsideal an sich – Figuren sollten züngeln wie Herdflammen oder sich winden wie eine Schlange („figura serpentinata“). Ein Vorzeigewerk dieser – heutzutage hieße das „trendy“ – Stilrichtung ist der „Raub der Sabinerinnen“, eine Marmorskulptur von Giambologna. Ihre Abbilder von Andrea Andreani zeigen eine aus drei Menschen bestehende Spirale, die sich dynamisch gen Himmel reckt, aus verschiedenen Blickwinkeln. Das Vergleichsobjekt: Das Foto zweier jubelnder Werder-Spielerinnen, die eine hebt die andere in die Höhe.

Auch wenn die Emotion oft eine andere ist, die Spielerinnen zeigten sich von den Parallelen in der Darstellung der Bewegung gleichermaßen überrascht. An den Gefühlen und ihren Ausbrüchen hat sich in den Jahrhunderten eben nicht wirklich viel geändert: „Das sind Emotionen, die man teilweise nicht mehr halten kann“, erklärte es eine Spielerin.

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