Oberstufe der neuen Ariane 6 ist auf dem Weg nach Kourou

Fünf Stunden für acht Kilometer durch Bremen

Zwei Mitarbeiter der Ariane Group stehen vor der Oberstufe der Trägerrakete Ariane 6.
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Auf Reisen: Die erste Oberstufe der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6 ist von Bremen aus nach Kourou in Französisch-Guayana gestartet.

Jetzt geht es los: Die erste Oberstufe der neuen Trägerrakete Ariane 6 geht von Bremen aus auf die Reise nach Kourou. Das teilte die Ariane Group am Dienstag mit.

Bremen – Erstmals geht eine Oberstufe der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6 von Bremen aus auf Reisen zum Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. Die Raketenstufe werde aber nicht ins Weltall fliegen, sondern in Kourou für Tests gebraucht, sagte Karl-Heinz Servos, Produktionschef der Ariane Group, am Dienstag in Bremen.

Aus dem Ariane-Werk in Flughafennähe soll die Raketenstufe in ihrer übergroßen Transportkiste in der Nacht zu Mittwoch mit einem Schwertransportlastwagen zum Neustädter Hafen gebracht werden. Die Fachleute rechneten mit fünf Stunden Fahrt, um den 55 Meter langen Lastzug über acht Kilometer bis zum Schiff zu bugsieren. Eine Nacht später soll die Oberstufe verladen werden, um den Seetransport nach Südamerika anzutreten. „Das ist die erste Stufe, die von hier über das Wasser geht“, sagte Servos.

In Kourou werden die Haupt- und die Oberstufe der Ariane 6 zum ersten Mal zu einer Einheit verbunden, sagte er. Dann solle die Kommunikation zwischen Bodenanlagen und Rakete getestet werden. Auf dem Weltraumbahnhof werde die künftige europäische Trägerrakete erstmals auch auf den neu für sie gebauten Startplatz gestellt.

Neuer Startplatz für die neue Rakete

Eine andere Test-Oberstufe der Ariane 6 ist Anfang 2021 nach Lampoldshausen (Baden-Württemberg) geliefert worden, ein Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Mit dem ersten Start einer Ariane  6 rechnet Servos für Mitte 2022. Die Oberstufe dafür werde derzeit in Bremen fertiggestellt.

Mit zahlreichen Luft- und Raumfahrtfirmen sei Bremen „das europäische Herz der Raumfahrt“, sagte Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke). Die Bedeutung der Weltraumfahrt für Kommunikation, Wissenschaft, Klima- und Umweltforschung sollten noch stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden, sagte sie: „Was wir durch Raumfahrt der Menschheit zur Verfügung stellen, das sollte man nicht geringschätzen.“

Raketen mit zwei und vier Boostern

In Bremen haben etwa 150  Ingenieure und Entwickler an der Oberstufe, die gerne als „Gehirn der Rakete“ bezeichnet wird, gearbeitet. Die neue Version der Trägerrakete Ariane kann bis zu zwölf Tonnen Last in den Weltraum bringen. Die Ariane 6 wird in zwei Konfigurationen produziert – als Ariane 62 mit zwei und als Ariane  64 mit vier Feststoffboostern, heißt es.  dpa/je

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