Borgfelder Eltern fordern Ausbau der Grundschule / Lange Wege drohen

„Es ist fünf nach Zwölf“

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Klaus Mielke (v.l.), Marcus Jelschen (mit Tochter Katharina, sechs Jahre), Ute Ortmann und Dietmar Niehaus (mit Jule, vier Jahre) sind die Sprecher der Elterninitiative, die sich für einen Ausbau der Grundschule „Am Borgfelder Saatland“ engagiert.

Bremen - Am Stadtrand brodelt es. In Borgfeld machen die Eltern mobil – weil in der Grundschule „Am Saatland“ im Baugebiet Borgfeld-West Schulräume fehlen. Zum neuen Schuljahr stehen nach aktuellem Stand nur 48 Plätze für mindestens 74 Kinder zur Verfügung.

Das heißt: Abc-Schützen droht der mehrere Kilometer lange Weg nach Horn. „Das ist untragbar“, sagen der Elternbeirat und eine neugegründete Elterninitiative.

Die 2005 eingeweihte und schon 2007 erweiterte Grundschule in Borgfeld-West wird von der Bildungsbehörde als zweizügige Grundschule eingestuft. „Damit ist sie von Beginn an bewusst oder unbewusst unterdimensioniert worden“, sagen die Sprecher des Elternbeirats. Und weiter: „Anmeldezahlen und Aufnahmekontingente weisen eine latente Dreizügigkeit auf.“ Um möglichst allen Mädchen und Jungen aus dem kinderreichen Baugebiet einen Platz an „ihrer“ Grundschule zu sichern, sind ein Musikraum zu einem Klassenraum umfunktioniert sowie im Stiftungsdorf der Bremer Heimstiftung zwei Klassenräume angemietet worden. Derzeit ist die „Saatland“-Schule mit jeweils drei ersten, zweiten und dritten sowie zwei vierten Klassen belegt.

Doch es knarrt im Gebälk. So hat die Schule keinen Musikraum mehr, obwohl sie einen Musikschwerpunkt hat. „Das Fass ist voll“, sagt Elternbeiratssprecher Karsten Hagen von und zu Gilsa, „es ist fünf nach Zwölf.“ Die Sprecher der neuen Elterninitiative ergänzen: „Die räumliche Kapazität ist ausgeschöpft.“ Das heißt: Verlassen im Sommer die beiden vierten Klassen die Schule, ist nur noch Platz für zwei erste Klassen. Das macht bei Maximalbelegung 48 Plätze. Zu wenig. Bislang sind über 70 Kinder für den Schulstart in diesem Sommer angemeldet. 85 dürften es werden, hat der Elternbeirat errechnet. „Das bedeutet, dass auch drei Klassen nicht ausreichen.“

Und zwei schon mal gar nicht. Die Elterninitiative schlägt Alarm. Und organisiert Protest. Sie fordert einen weiteren Ausbau der Schule – als „nachhaltige Lösung“. Übergangsweise sollen mobile Container mit Platz für mindestens zwei Schulklassen aufgestellt werden, um den Bedarf zu decken und den Musikraum wieder zu einem solchen zu machen. Die Behörde blockt bislang. Den Eltern sei mitgeteilt worden, dass aufgrund der prekären Haushaltslage ein Ausbau nicht geplant sei. Zunächst sollen die Grundschulen in Borgfeld-Mitte und an der Curiestraße in Horn mit Erstklässlern aus Borgfeld-West aufgefüllt werden.

Konflikte sind programmiert – zunächst beim Auswahlverfahren. Ab Sommer dann womöglich an Ampeln und Kreuzungen. Die Elterninitiative sagt: „Die Verkehrssicherheit ist nicht gewährleistet.“ Ein „Schultourismus“ wird abgelehnt. „Wir haben kein Verständnis dafür, dass Behörden und Politiker Jahr für Jahr tatenlos zusehen, um dann absurde Planungsspiele zu betreiben oder sich auf die erhobenen Zahlenwerke zurückzuziehen.“ Vernünftige und nachhaltige Lösungen seien notwendig.

Die Borgfelder CDU ist auf den Elternzug aufgesprungen. Sie fordert zeitnahe und kreative Lösungen, „damit auch im Sommer alle Borgfelder Kinder in Borgfeld zur Schule gehen können“. Heute Abend tagt der Ortsbeirat in der Schützenhalle. · je

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