Sprengung sorgt für stundenlangen Einsatz

Fünf Kühe müssen von der Weide

Nach der Sprengung: Bombenkrater am Rand des Bremer Güterverkehrszentrums. - Foto: Polizei

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Zwei Männer waren es, die am Sonntag bei brütender Sommerhitze besonders im Fokus standen – Sprengmeister Andreas Rippert und Einsatzleiter Jens Rezewski. Gemeinsam entschieden die beiden am Mittag, dass der amerikanische 20-Zentner-Blindgänger aus dem Stepahniviertel in einem Zustand war, der einen Transport durchaus zuließ.

So verlagerte sich das Geschehen von der lahmgelegten Innenstadt in einen abgelegenen Bereich am Rande des Güterverkehrszentrums. Vorsichtshalber rückte auch die Feuerwehr mit mehreren Einsatzfahrzeugen an. Evakuierungsmaßnahmen wie in der Stadt gab es hier aber nicht. „Lediglich ein Bauer musste fünf Kühe von einer Weide einholen“, berichtete Polizeisprecherin Ines Roddewig nach der kontrollierten Sprengung.

Die Bremer Innenstadt hatte sich zu diesem Zeitpunkt langsam wieder gefüllt. Zuvor war es still gewesen, sehr still für einen sonnigen Sommer-Sonntag mit blauem Himmel und Temperaturen um 30 Grad. Nur Gottesdienstbesucher wurden zum Dom durchgelassen. Und im Haus der Bürgerschaft war Betrieb, weil Radio Bremen von hier sendete.

Bänke hochgestellt, Bahnen umgeleitet

Und sonst? Die Sitzbänke in den Biergärten an der Schlachte hochgestellt, die Straßen buchstäblich wie leergefegt. Kein Schiffsverkehr auf der Weser, Stephanibrücke und Bundesstraße 6 gesperrt, Busse und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) umgeleitet und von der Innenstadt ferngehalten – was sonst zu einem Sonntag in Bremen gehört, fiel dieses Mal über Stunden aus. Auch die historische Ringbahnlinie 16 konnte nicht all ihre gewohnten sonntäglichen Runden drehen.

Einsatzkräfte sichern Maßnahmen ab

Etwa 230 Polizeibeamte und Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) sicherten die Evakuierungs- und Sperrmaßnahmen ab. Im betroffenen Radius lag neben Hotel und Funkhaus auch die Brauerei Beck und Co. – hier aber störte der sonntägliche Bomben-Einsatz den Betrieb nicht, denn weder Verwaltung noch Produktion waren im Dienst, wie zu hören war.

Frühstück in der Grundschule

Wer Haus, Wohnung oder Unterkunft verlassen musste und nicht wusste, wohin er sich wenden sollte, konnte in die Grundschule am Pulverberg (Schleswiger Straße, Walle) kommen – hier war eine Anlaufstelle eingerichtet worden.

inige Dutzend Bürger nutzten das Angebot – und etwa 130 Flüchtlinge aus den Notunterkünften in der Überseestadt, die zum Teil auch im betroffenen Radius lag, nutzten es ebenfalls. Ehrenamtliche Helfer hatten hier für Frühstück und erfrischende Getränke gesorgt. Getränke, die sich auch die Einsatzkräfte verdient haben.

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