SPD und Grüne legen kräftig zu

Fünf Bremer ziehen in den Bundestag ein

 Thomas Röwekamp,  Armin Laschet und Wiebke Winter vor dem Haus der Bürgerschaft in Bremen.
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Thomas Röwekamp (l., hier bei einer Wahlveranstaltung auf dem Bremer Marktplatz mit Armin Laschet und Wiebke Winter) zieht trotz hoher CDU-Verluste über die Landesliste in den neuen Bundestag ein.

Bremen hat mehrheitlich Rot-Grün gewählt. Klatschen gab es für die CDU, die Linke und zuindest eine Ohrfeige für die AfD. Zukünftig stellt Bremen fünf Bundestagsabgeordnete.

Bremen – Fünf Bremer ziehen in den neuen Bundestag ein. Das ist ein Ergebnis der Bundestagswahl im Zwei-Städte- Staat. Die Sozialdemokraten Sarah Ryglewski (38) und Uwe Schmidt (55) verteidigen ihre Direktmandate in den Wahlkreisen 54 (Bremen-Ost, -Mitte, -Süd) und 55 (Bremen-West, -Nord und Bremerhaven). Ryglewski, die 2015 als Nachrückerin für Carsten Sieling in den Bundestag eingezogen war, setzte sich mit einem Erststimmenvorsprung von neun Prozentpunkten gegen Kirsten Kappert-Gonther (54, Grüne) und Thomas Röwekamp (55, CDU) durch. Schmidt hatte am Ende einen Vorsprung von 17 Prozentpunkten vor der jungen CDU-Klimaexpertin Wiebke Winter (25).

Gewinnt ein Direktmandat für die SPD: Sarah Ryglewski.

Röwekamp, bis vor wenigen Wochen CDU-Fraktionschef in der Bremischen Bürgerschaft, schafft über die Landesliste den Sprung nach Berlin. Der Jurist löst die langjährige Abgeordnete Elisabeth Motschmann (68) ab. Die Bremer FDP schickt den IT-Kaufmann Volker Redder (62) nach Berlin. Zuletzt saß von 2009 bis 2013 mit Torsten Staffeldt ein Bremer Liberaler im Bundestag. Für die Grünen zog Kirsten Kappert-Gonther über die Landesliste erneut in den Bundestag ein. Die Linken und die AfD verloren ihre Bremer Mandate.

So weit die Personalien. Das Ergebnis im kleinsten Bundesland ist eindeutig. Die SPD gewinnt 31,5 Prozent der Zweitstimmen und legt damit um 4,7 Prozentpunkte zu. Auf Platz landen die Grünen, die mit 20,8 Prozent ihren Stimmenanteil fast verdoppelt haben. Die CDU bricht ein, verliert fast acht Prozentpunkte und landet bei 17,1 Prozent der Zweitstimmen.

Rekordwert an Briefwählern

Zweiter großer Verlierer sind auch in Bremen die Linken, die um 5,7 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent der Stimmen absacken. Die FDP bleibt stabil und landet bei 9,3 Prozent. Die AFD büßt 3,1 Prozentpunkte ein und fällt auf 6,9 Prozent und den sechsten Platz.

Bleibt für Bremen in Berlin: Kerstin Kappert-Gonther.

Die Wahlbeteiligung liegt im Land Bremen bei 71,8 Prozent, einen Prozentpunkt höher als vor vier Jahren. „Das ist ein gutes Ergebnis“, sagte Landeswahlleiter Andreas Cors vor der Landespressekonferenz. Die Anzahl der Briefwähler lag seinen Angaben zufolge bei knapp 50 Prozent. Es ist der wegen Corona erwartete Rekordwert.

Falsche Wahlzettel in Seehausen

Eine Panne gab es auch. In Seehausen wurden falsche Stimmzettel verteilt, nämlich die für den Wahlkreis 54 und nicht die für den Wahlkreis 55. Die Konsequenz: 409 Erststimmen (Wahlkreisstimmen) sind ungültig. „Solche Dinge passieren“, sagte Cors. Wahlentscheidend ist das offensichtlich nicht. Uwe Schmidt hatte in seinem Wahlkreis rund 24 000 Stimmen Vorsprung.

Gewinnt ein Direktmandat für die SPD: Uwe Schmidt.

Was bleibt, ist ein Blick in die Bremer Stadtteile: Die Wahlbeteiligung liegt in Borgfeld (89,8 Prozent), Schwachhausen (87,2) und Oberneuland (85,1) am höchsten, in Gröpelingen (55,9), Osterholz (61,4) und in der Vahr (62,8) am niedrigsten. Die SPD erzielt ihr bestes Zweistimmenergebnis in Gröpelingen (39,5). In Oberneuland reicht es nur für 21,2 Prozent der Stimmen.

Die Grünen erobern in fünf Stadtteilen (Östliche Vorstadt, Neustadt, Schwachhausen, Findorff, Mitte) Platz eins. In Blumenthal und Osterholz liegen sie nur knapp über zehn Prozent.

AfD stark in Kreisen mit niedriger Wahlbeteiligung

Die CDU bleibt nur noch in Oberneuland und Borgfeld sowie den ländlichen Mini-Stadtteilen Strom, Seehausen und Blockland vorn. In der Östlichen Vorstadt fährt sie gerade mal 8,1 Prozent ein.

Der Zuspruch für die FDP ist in Oberneuland mit 17,7 Prozent am höchsten, in der Östlichen Vorstadt mit 5,7 Prozent am niedrigsten. Die Linke hat ihre Hochburg in der Östlichen Vorstadt mit 16,7 Prozent. In Oberneuland landet sie bei 2,2 Prozent.

Neu im Bundestag: Volker Redder holt ein Mandat für die FDP.

Und die AfD fährt in Blumenthal (12,3), Osterholz (11,1) und Gröpelingen (10,6) ihre besten Ergebnisse ein – dort, wo die Wahlbeteiligung niedrig ist.

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