Kulturszene

Frühling in Bremen-Vegesack

Umzug in Öl auf Karton – das Gemälde „Haus Sechslinden“ von Hermine Overbeck-Rohte.
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Umzug in Öl auf Karton – das Gemälde „Haus Sechslinden“ von Hermine Overbeck-Rohte.

Bremen – Der Frühling, er zeigt sich schon in Vegesack – im Overbeck-Museum, um genau zu sein. Auf Bildern. Mit seinen Farben, mit seinem Licht. Apropos – der Maler Fritz Overbeck (1869 bis 1909) gehörte zu den fünf Gründervätern der Künstlerkolonie Worpswede. Im Jahr 1905 verließ er Worpswede, um sich in Bröcken bei Vegesack niederzulassen. Im Alten Packhaus ist ihm und seiner Frau Hermine Overbeck-Rohte (1869 bis 1937) dort seit 1990 das Overbeck-Museum gewidmet.

Jenes Haus, in dem der Frühling nun das „Bild des Monats“ prägt. Es heißt „Haus Sechslinden“ – und es stammt von Hermine Overbeck-Rohte. „Der Herd muss anders herum stehen, sonst steht man sich beim Kochen im Licht.“ Als das Künstlerpaar Overbeck anno 1905 sein neues Haus – eben: „Sechslinden“ – bezieht, gibt es viel zu bedenken, so ist das bei Umzügen. Der Briefwechsel der beiden Maler hält ihre Überlegungen bis ins Detail fest.

Und damit auch für die Nachwelt – wodurch das frühlingshafte Gemälde „Haus Sechslinden“ nicht allein von der Harmonie der Farben erzählt, sondern zugleich auch vom Leben einer Familie um die Jahrhundertwende; gemalt in Öl auf Karton. Museumsleiterin Dr. Katja Pourshirazi lädt am Mittwoch, 26. Januar, und am Donnerstag, 27. Januar, zu Kurzführungen ein, die eine Bildbetrachtung mit Fakten und Geschichten rund um das Kunstwerk verknüpfen – wie in der Reihe „Bild des Monats“ üblich. Beginn ist jeweils um 17 Uhr. Die Führungen kosten jeweils zwei Euro plus Museumseintritt. Gegenwärtig gilt dort die 2G-plus-Regel. Noch bis zum 22. Januar ist das Museum wegen eines Ausstellungswechsels geschlossen.

Liebe und Schlager im Hafen

Was läuft, was läuft nicht? Vor dem Hintergrund der Pandemie und der Pandemieregelungen ist es nicht so ganz einfach, da immer den Überblick zu behalten. Und so stellt ein Sprecher des Hafen-Revue-Theaters an der Cuxhavener Straße in der Überseestadt klar: „Theater kann in Bremen gespielt werden – unter Einhaltung der gegebenen Voraussetzungen, sprich: Maskenpflicht und 2G-plus.“

„Wir freuen uns, dass wir in diesen Zeiten etwas anbieten können“, so formuliert es Theaterleiter Ulrich Möllmann. Im Januar sind es drei Produktionen, im Februar folgen sieben. Doch noch haben wir Januar. Am Sonnabend, 15. Januar, ist zunächst die Hafenrevue „Liebe, Last und Fracht“ zu sehen. Am Freitag, 21. Januar, folgt die Revue „Schlagerhafen“; am Sonnabend, 29. Januar, dann das Stück „Seemanns Trödel“ – mit dem Untertitel „Ist das schon Krimi oder kann das weg?“ Alle Januar-Aufführungen beginnen um 20 Uhr.

Wunderbare Welt im Keller

Auch der Bremer Schauspieler Benedikt Vermeer öffnet seinen „Literaturkeller“ an der Schildstraße 21 im Ostertor. „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ – das steht hier am Donnerstag und Freitag, 20. und 21. Januar, jeweils um 18 Uhr auf dem Programm. „Die wunderbare Welt des Hans Christian Andersen“ öffnet sich dann am Mittwoch und Donnerstag, 26. und 27. Januar (am Mittwoch um 19 Uhr, am Donnerstag um 18 Uhr.

Die Exzesse der Piaf auf dem Bremer Theaterschiff

Legenden ranken sich um das Leben der Edith Piaf, sehr viele Legenden. Und dann ist da noch die Musik! Der in Frankreich lebende Musikwissenschaftler Jens Rosteck hat all das vor ein paar Jahren in seinem Buch „Hymne an das Leben“ aufzudröseln versucht; eine wahrlich spektakuläre Lektüre. Das Exzessive, das Kompromisslose, das Tragische – all das ergibt aber natürlich auch einen wirkungsvollen Bühnenstoff. Und dann ist da auch noch. . . richtig, die Musik!

Die in Bremen lebende Sängerin, Schauspielerin und Choreografin Mary Bernet zum Beispiel zeigt viele Facetten der französischen Chanson-Legende in ihrem Piaf-Abend (in der Regie von David Wehle). Und eben dieser Abend (kompletter Titel: „Piaf – Der Spatz von Paris“) ist demnächst noch zweimal auf dem Bremer Theaterschiff an der Tiefer zu sehen – die Termine: Freitag und Sonnabend, 4. und 5. Februar. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

„Bernet lässt in ihrem Solo-Programm das ebenso glamouröse wie dramatische Leben der berühmten Sängerin, ihre Männer und Liebhaber sowie Exzesse und Erfolge Revue passieren und präsentiert natürlich ihre hinreißend schönen Chansons“, so fasst es ein Sprecher zusammen. Karten zum Preis von 29,50 Euro gibt es unter anderem im Ticketshop an der Balgebrückstraße (Nähe Domsheide) in der Bremer Innenstadt.

„Stückwerk ist unser Wissen“

Kurator Dr. Frank Laukötter führt am letzten Tag der Kunstausstellung mit dem schönen Titel „Stückwerk ist unser Wissen“ durch die Kulturkirche St. Stephani (Faulenquartier). Die Stückwerk-Schau vereint Werke aus dem Künstlerarchiv der Stiftung Kunstfonds. Der Rundgang mit Laukötter beginnt am Sonntag, 16. Januar, um 12 Uhr, teilte eine Sprecherin mit. Eintritt frei, Spende erwünscht – es gilt die 2G-plus-Regel.

In ihren „Tagewerken“ übertrug Renate Anger religiöse Texte des Juden- und Christentums, des Islam, des Buddhismus sowie des Hinduismus durch ein Farbalphabet in Malerei. Der Ausstellungstitel „Stückwerk ist unser Wissen“ ist „ein zurückübersetztes Zitat ihres Gemäldes des Korintherbriefs“, heißt es. Weitere Werke – oder eben: „Stückwerke“ – in der Kulturkirche stammen von Pidder Auberger, Stefan Demary, Barbara Hammann, Horst Egon Kalinowski, Erich Lütkenhaus, Helen Spoerri und Andreas von Weizsäcker (er war der zweite Sohn des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker).

Verlängerung bei Mordmüller

Arbeiten des Bremer Malers, Grafikers und Bildhauers Rainer Gottlieb Mordmüller (80) sind nicht allein in der Tate Gallery of Modern Art in London zu sehen, sondern gegenwärtig auch in der Villa Ichon am Goetheplatz 4. Und diese Ausstellung – Titel: „Ölbilder und Ausstellungsplakate seit 1965“ ist verlängert worden; sie dauert nun bis Donnerstag, 27. Januar.

Gezeigt werden Plakate von Ausstellungen in Paris, Bremen, Gießen, Norrköping, Venedig, Vilnius, Hamburg, Osnabrück, Köln, Berlin und Ludwigsburg. Die ausgestellten Ölbilder sind in Berlin, Bremen und Paris entstanden. Für den Ausstellungsbesuch in der Villa Ichon ist eine Anmeldung an rainermordmueller@gmail.com erforderlich, heißt es. Mehr Mordmüller übrigens gibt es dann im März in einer Mordmüller-Ausstellung gleich nebenan – im Gerhard-Marcks-Haus. Und im März, da kommt er wirklich, der Frühling.

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