Frühjahrsumfrage in der Metropolregion: Gute Stimmung, stagnierende Umsätze

Mittelstand bleibt in Fahrt

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Der Bau profitierte unter anderem vom milden Winter – so bezeichneten auch 62,6 Prozent der Mittelständler dieser Branche ihre Geschäftslage als „sehr gut“ und „gut“. Vor einem Jahr waren es nur 57,6 Prozent.

Bremen - Von Jörg Esser. Der Mittelstand in der Metropolregion Bremen/Oldenburg bleibt in Fahrt. Das jedenfalls geht aus der Frühjahrsumfrage der Wirtschaftsauskunftei Creditreform und der Bremer Niederlassung des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) hervor. Demnach beurteilten 58,2 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage mit „sehr gut“ und „gut“. Vor einem Jahr waren es 55,8 Prozent.

Vor allem die Baubranche und die Dienstleister bewerten ihre Geschäftslage positiver als im Frühjahr 2014. Der Bau profitierte vom milden Winter und davon, dass die Niedrigzinsphase die Verbraucher zum Hauskauf und zur Renovierung ihrer Immobilien animiere, sagt Verena Dahlke, geschäftsführende Gesellschafterin von Creditreform Bremen.

Die gute Stimmung wirkt sich jedoch nicht auf die Zahlen aus. Der Mittelstand im Nordwesten rechnet vorwiegend mit stabilen Umsätzen. Und auch bei den Arbeitsplätzen hat sich laut Creditreform-Geschäftsführer Peter Dahlke im Vergleich zum Vorjahr wenig geändert. So will zwar jeder vierte Betrieb sein Personal aufstocken (25,4 Prozent gegen 23,3 im Jahr 2014), allerdings planen auch 11,7Prozent der Unternehmen (2014: 10,2), die Belegschaft zu reduzieren. Als Jobmotoren im Mittelstand erweisen sich derzeit die Industrie und der Dienstleistungssektor, heißt es.

Der Aufschwung setzt sich fort. Doch die Erwartungen sinken. Mit steigenden Umsätze rechnen 37,9Prozent der Befragten, im Vorjahr lag die Optimisten-Quote bei 40,8 Prozent. Und neues Personal wollen nur 18 Prozent der Unternehmen einstellen, im Frühjahr 2014 waren es 21,5 Prozent. „Eine markante Zunahme zeigt die Zahl der Unternehmen, die ihre Personaldecke konstant halten wollen“, wirft Dahlke ein. Es sind 76,2 Prozent gegenüber 69,5 Prozent vor Jahresfrist. Die Investitionsbereitschaft des Mittelstands in der Metropolregion hat um ein Prozentpunkt auf 46,8 Prozent zugenommen. Verarbeitendes Gewerbe und Dienstleitungssektor preschen mit Werten jenseits der 50 Prozent vor. Doch bei den hiesigen Unternehmern sitzt das Geld nicht so locker wie bei den Kollegen in anderen Ländern. Der Bundeswert liegt bei 53,6 Prozent. Ve- rena Dahlke: „Das zeigt sich die hanseatische Vorsicht.“

Gut ein Fünftel der Unternehmen (22,1 Prozent) meldet gestiegene Erträge, ebenfalls ein Fünftel (20,6 Prozent) einen Gewinnrückgang. In der Baubranche sind die Unterschiede deutlicher. Nur 13,3 Prozent verweisen auf steigende, 28,9 Prozent aber auf rückläufige Gewinne. Als „strukturelle Hürden“ für wirtschaftliche Erfolge bezeichnen 63,3Prozent der Mittelständler den Erfolgsdruck. Es folgt der Fachkräftemangel (40,5). Den Mindestlohn bezeichnet etwa jedes dritte Unternehmen als Wachstumshemmnis.

Bleibt ein Seitenblick auf die Digitalisierung, für den Dr. Christina Benita Witte vom HWWI verantwortlich zeichnet. Demnach hat ein Drittel der Unternehmen seine internen Prozesse digitalisiert. Der Dienstleitungssektor sticht mit 44,8 Prozent hervor, der Bau fällt ab (24,2). Als Hemmnisse für den Einstieg in die Digitalisierung und die Weiterentwicklung des „Megatrends des 21.Jahrhunderts“ wurden von 42 Prozent der Unternehmen hohe Investitionskosten und von 28 Prozent die problematische Gewährleistung der IT-Sicherheit angeführt.

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