Bremens Schulmuseum mit größerer Dauerausstellung und neuer Direktorin wiedereröffnet

Von früheren Zeiten lernen

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Im Bereich „Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus“ finden Besucher unter den Vitrinen auch Schubladen mit Exponaten zu einzelnen Themen.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Lernen ohne Laptop und Internet – wie war das? Ein Rundgang durch das Bremer Schulmuseum in Hastedt gibt mehr als nur Einblicke in den Bildungsalltag vergangener Zeiten. 150 Jahre Bremer Schulgeschichte werden auf eine im besten Sinne lehrreiche Weise präsentiert.

Der Besucher gewinnt Erkenntnisse, kommt ins Nachdenken. Nach der Sanierung des 1904 gebauten Schulgebäudes Auf der Hohwisch, in dem das Museum gut 600 Quadratmeter Platz hat, wurde die Sammlung gestern Nachmittag feierlich wiedereröffnet.

Apropos Sammlung – früher hatte die Einrichtung den etwas umständlichen Namen „Schulgeschichtliche Sammlung“. Deren Anfänge liegen in den 70er Jahren, als Bremen begann, etliche Schulen aufzulösen oder umzustrukturieren. Vieles Alte landete auf dem Müll. Horst Massmann, damals in der Schulverwaltung, mochte das nicht mit ansehen: „Da hat es bei mir gefunkt und wir begannen zu sammeln.“

Frauke Hellwig leitet das Schulmuseum seit dem 1. September.

Heute ist Massmann Vorsitzender des Trägervereins, mit dem das Museum endlich eine tragfähige Basis hat. Die nämlich fehlte jahrzehntelang, es gab nur Provisorien. Dem Ergebnis einer beispielhaften Sammel- und Aufbauarbeit drohte schließlich die Auflösung – obwohl die Arbeit des Teams um Koordinatorin Dr. Ulla Nitsch bundesweit Maßstäbe gesetzt hatte, nicht zuletzt in der Museumspädagogik, also in der Vermittlungsarbeit. Gleichwohl wurde die Lage sehr ernst. Auch Bürgerschaftspräsident Christian Weber (SPD), selbst aus Hastedt, engagierte sich für den Erhalt. Der Einsatz hatte Erfolg.

Das „Gehirn im offenen“ Kopf, ein zerlegbares Gipsmodell, entstand um 1900.

37 000 Bände in der Bibliothek, Tausende von Fotografien, Dokumenten und Objekten auch von privaten Spendern – das Schulmuseum kann aus einem reichen Fundus schöpfen. Die Dauerausstellung – „Lehren und Lernen um 1900“ und „Historischer Hörsaal“ – wurde um drei Bereiche ergänzt: „Bremer Versuchsschulen 1920 bis 1933“, „Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus“ – basierend auf der Ausstellung „Am Roland hing ein Hakenkreuz“ – und „Schule nach 1945“. Klassischer Frontalunterricht hier, reformpädagogisches Betonen der Selbstständigkeit dort – das Museum ist weit mehr als bloße Nostalgie. Es zeigt zum Beispiel auch, wie gründlich die Diktatur selbst kleinste Bereiche kindlichen Lebens durchdrang.

Frauke Hellwig, die neue Direktorin, setzt stark auf Vermittlung: „Ich freue mich auf sehr viel Arbeit in der Museumspädagogik.“ Zudem soll es mehr Veranstaltungen geben. Und es gibt ein neues Ausstellungs- und Forschungsprojekt – Schule in den 50er Jahren.

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