Früher Segen

Die Sternsinger starten ihre Sammlung – beim Bürgermeister im Rathaus

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Erster Erfolg für die Sternsinger: Bürgermeister Carsten Sieling hat kräftig Münzgeld gesammelt und bestückt in der Oberen Rathaushalle die Sammeldosen. 

Bremen - Von Ralf Sussek. Ein Gewirr von hohen Stimmen im Rathaus – der kundige Zeitgenosse weiß dann: Die Sternsinger machen zum Auftakt ihrer jährlichen Sammelaktion dem Bürgermeister ihre Aufwartung.

So auch in diesem Jahr. Allerdings sind sie – kalendarisch bedingt – etwas früh dran. Schon vor dem Dreikönigstag am Sonnabend bevölkern die Sternsinger am Freitag zunächst das Foyer, wo auch der Segen ausgesprochen („Christus mansionem benedicat“ – „Christus segne dieses Haus“) und mit Kreide an eine Säule geschrieben wird („20*C+M+B+18“), und die Obere Rathaushalle. Warum heute? Will Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) am Sonnabend nicht arbeiten? „Er hat einen anderen Termin“, sagt ein Rathausmitarbeiter. Und lächelt.

Der Segen fürs Rathaus: Sternsinger malen den Segensspruch an eine Säule im Foyer. 

Kinderarbeit ist seit jeher ein Thema der Sternsinger, in diesem Jahr ist der Schwerpunkt Indien. Ab dem Dreikönigstag am Sonnabend bitten sie an den Haustüren für Kinder in der ganzen Welt um eine Spende. Im vergangenen Jahr sammelten bundesweit 300 000 Sternsinger rund 46,8 Millionen Euro. 2 200 Projekte auf der ganzen Welt wurden unterstützt, berichtet die Jugenddekanatsreferentin für die katholischen Gemeinden in Bremen, Fabienne Torst. „Und Ihr habt dazu beigetragen.“ Die fast 100 Kinder und die Erwachsenen beklatschen das Ergebnis.

So viele Kronen gibt’s hier nur einmal im Jahr.  

Die Sternsinger aus den Bremer katholischen Gemeinden haben – zum Vergleich mit Kindern in fernen Ländern – auf Karton mit Fotos und Zeitleiste ihre Tagesabläufe dargestellt. 6 Uhr aufstehen, 13 Uhr Mittagessen, 19 Uhr Zähneputzen und zu Bett gehen, so das Zeitgerüst. Dazwischen Schule, Freizeit, Freunde treffen, Hobbys, fernsehen. „Vielleicht auch mal mit Schnee spielen“, ergänzen Nicole und Suna aus der Gemeinde St. Ursula. „Wenn dann mal welcher liegt“, moderiert Torst. Und der Bürgermeister findet: „Eure Tage sind eng getaktet – wie bei Politikern“. Dann wird noch laut – „und schön“, so der Zwischenruf eines kleinen Königs – gesungen und das Vaterunser gebetet. Und der Bürgermeister füllt die ersten Sammeldosen mit Münzgeld.

Danach geht es zu Bürgerschaftspräsident Christian Weber. In den nächsten Wochen arbeiten die Sternsinger dann am nächsten tollen Sammelergebnis.

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