Tiefkühlkosthersteller "Frosta" in Bremerhaven prescht vor

Frosta weist Zutatenherkunft aus

Die Lebensmittelbranche scheut eine umfassende Pflicht für eine Herkunftskennzeichnung. Zu teuer, zu aufwendig, heißt es. Eine Firma prescht vor, zeigt, dass es geht - und bekommt Lob.

Verbraucherschützer haben den Vorstoß des Tiefkühlkosthersteller Frosta zur Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln ausdrücklich begrüßt. Mit seiner Ankündigung, die Herkunftsländer aller Zutaten auf die Verpackung zu drucken, strafe das Unternehmen die gesamte europäische Lebensmittelbranche und die Europäische Kommission Lügen, erklärte die Verbraucherschutzorganisation „foodwatch“: „Der Beweis ist da: Es geht! Der Frosta-Standard muss umgehend zum EU-Standard werden.“

Natürlich wisse man, woher alle Zutaten kämen, und verstehe auch das Interesse der Kunden dafür, sagte Frosta-Chef Felix Ahlers. Gesetzlich vorgeschrieben sei die Nennung von Herkunftsländern bisher nur bei frischem Obst und Gemüse, frischem Fleisch und Eiern. Sobald aber Äpfel zu Saft verarbeitet würden oder Rindfleisch tiefgefroren als Hacksteak verkauft werde, dürfe das Herkunftsland gern unter den Tisch fallen, wunderte sich Ahlers.

Das wird sich bei Verpackungen von Frosta ab sofort ändern. Befürchtungen, eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung führe für die Hersteller zu unzumutbaren Kosten und gar zum Verlust von Arbeitsplätzen, hält die Firma für unbegründet. Die Kosten seien überschaubar und der Aufwand sei gering.

Die Europäische Kommission bezifferte die Mehrkosten Mitte Mai 2015 laut „foodwatch“ auf 10 bis 30 Prozent. Frosta spreche jetzt von wenigen Cent pro Verpackung. „Das entlarvt die Ausreden: Am Geld kann es nicht liegen, dass sich Branche und Europäische Kommission gegen Transparenzvorgaben bei der Herkunft wehren“, mutmaßt Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer der Organisation.

dpa

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