Dreitägige Zeremonie beendet

Friedens-Buddha in Botanika: Kein Platz für negative Energie

Glänzend und schön steht der Friedensbuddha im Japanischen Garten der Botanika hinter seinem Gabentisch mit Kuchen und Blumen. Das weiße Tuch ist ein Zeichen der Ehrerbietung. - Fotos: Kowalewski

Bremen - Von Martin Kowalewski. Es ist vollbracht. Der Friedens-Buddha im Japanischen Garten der Botanika ist befüllt, gesegnet und eingeweiht. Über drei Tage erstreckte sich die Zeremonie, an der fünf buddhistische Geistliche mitwirkten. Am Sonntag gegen 14.30 Uhr nahmen die Mönche ihre zuvor aufgesetzten Hüte ab. Die Hüte beenden bestimmte Teile der Zeremonie. Damit ist aus der glänzenden Statue ein richtiger, vollwertiger Buddha geworden.

Die am Freitag begonnene Befüllung und der Zusammenbau des Buddhas beschäftigten die Mönche und ihre Unterstützer am Sonnabend bis etwa 23 Uhr. Die Abschlusszeremonie am Sonntag ähnelt der Segnung der Statue. Wieder sitzen die Geistlichen an einem Tisch. Diesmal ist Geshe Pema Samten, Leiter der Zeremonie, aber dem Buddha zugewandt. Eineinhalb Stunden dauern die rituellen Gesänge der Geistlichen. Die meisten Texte seien Friedensgebete, sagt Lama Dawa, einer der Geistlichen, im Anschluss.

Auf Wunsch von Samten dürfen alle Gäste rein. Eigentlich sollten die Menschen im 20-Minuten-Takt tauschen. Samten wünscht sich jedoch, dass so viele Menschen wie möglich die Abschlusszeremonie miterleben. Die Mönche wiegen beim Singen meist etwas mit dem Oberkörper. Ihre Augen sind geschlossen. Immer wieder greifen sie zur Puja, der Glocke, die die Weisheit symbolisiert. 

Fehler wegwaschen

Zeitweise allein oder auch zusammen mit der Puja betätigen sie die scharrende Vajra, Zeichen des Mitgefühls. Mehrfach greift Samten auch zu einer Kanne mit Safran-Wasser. Er begießt damit zum Beispiel eine Metallplatte. „Das ist eine Reinigungszeremonie. Es geht darum, die Fehler, die wir alle begehen, und auch Fehler in der Rezitation zu reinigen“, sagt die in Bremen praktizierende buddhistische Nonne Kelsang Alvermann. „Safran ist das teuerste Gewürz. Beim Opfern gibt man immer das Beste, was man hat.“

Später wirft Samten Blüten über den Tisch. „Sie stehen für Freude, Energie und für Schönheit“, sagt Lama Dawa im Anschluss. Er ist nach der Zeremonie begeistert vom Publikum. „Das war eine sehr gute Atmosphäre. Unser Gebet diente dazu, mit den Besuchern zusammenzukommen. Sie sollen den Buddha sehen“, sagt Dawa. Es habe viel Freude gemacht, hier zu helfen. Am Ende der Zeremonie singen die Gäste als Anerkennung „Dona novis Pacem“. Ein Geschenk in die andere Richtung. Die fünf Geistlichen strahlen.

Fotos

Der samt Sockel 2,40 Meter hohe, vergoldete Buddha stammt aus dem Tibet-Haus in Neu Delhi und wurde in Bylakuppe gefertigt. Es handelt sich um ein Geschenk des Dalai Lama, des geistlichen Oberhaupts der Tibeter. Er wählte Bremen als Standort für den einzigen Friedens-Buddha in Europa aus. Das Holz kommt von einer Eibe im Rhododendronpark.

Die Statue ist hohl, aber mit Mantra-Schriften, Gewürzen und getrockneten Blättern gefüllt. „Es geht darum, dass in der Statue kein Hohlraum für negative Energie bleibt“, erklärt Alvermann.

Friedens-Buddha in Bremen eingeweiht 

Es ist der zweite Friedens-Buddha des Dalai Lama. 1993 wurde bereits eine Figur im Jayanti-Park (Neu-Delhi) aufgestellt. Der Dalai Lama möchte, dass jeder Kontinent ein solches Friedenssymbol bekommt.

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