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„Fridays for Future“ bringt in Bremen 3.200 Menschen auf die Straße

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Von: Thomas Kuzaj

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„Fridays for Future“: Demo-Teilnehmer ziehen auf der Bürgermeister-Smidt-Straße in Richtung Brill-Kreuzung. Von dort ging‘s weiter durch die Martinistraße zur Domsheide, dann zur Bürgerweide.
„Fridays for Future“: Demo-Teilnehmer ziehen auf der Bürgermeister-Smidt-Straße in Richtung Brill-Kreuzung. Von dort ging‘s weiter durch die Martinistraße zur Domsheide, dann zur Bürgerweide. © Kuzaj

Bremen – Zu Fuß, auf dem Fahrrad, mit dem Kinderwagen – die Bremer Teilnehmer des „globalen Klimastreiks“ der Initiative „Fridays for Future“ haben am Freitag den Verkehr in der Bremer Innenstadt zeitweilig lahmgelegt. Die Organisatoren hatten bis zu 5.000 Demonstranten erwartet; nach Angaben der Polizei waren es dann „in der Spitze 3.200“.

Zum bis dahin letzten großen „Fridays-for-Future“-Auftritt in Bremen waren im September vorigen Jahres zeitweilig 8.000 Menschen erschienen. Weniger also sind es diesmal gewesen, laut waren sie gleichwohl. Auf dem Weg von der Bürgerweide über Breitenweg und Bürgermeister-Smidt-Straße, über Martinistraße und Domsheide wurden vielfach Klimaschutz-Parolen in englischer Sprache gerufen, dann wieder hieß es: „Hoch die internationale Solidarität!“

Am Ende stand eine Kundgebung am Ausgangspunkt. „Der Aufzug und die Kundgebung verliefen insgesamt friedlich“, so Polizeisprecherin Jagoda Matic. Etliche Schüler waren unter den Teilnehmern, es waren aber auch eine ganze Menge Vertreter älterer Generationen erschienen: Das von den Jungen angetriebene Klima-Thema, es kann Altersgrenzen überwinden. Nun ist auch noch das Thema „Krieg“ hinzugekommen. Aktivisten forderten erneut einen schnelleren Ausbau regenerativer Energien – nun nicht zuletzt auch mit Blick auf die Abhängigkeit Deutschlands von russischen Gaslieferungen. Ein paar Demonstranten trugen Kleidung im Blau und Gelb der Ukraine.

Friedens-Parolen wie in den 80er Jahren

Andere, die vom Alter her durchaus schon an den Friedens-Demos der 80er hätten teilnehmen können, trugen Transparente mit Parolen-Klassikern aus eben dieser Zeit durch die Straßen der Bremer Innenstadt: „Frieden schaffen ohne Waffen“. Insgesamt deckten die Plakate und Transparente ein weites Spektrum ab: „Ich will keinen Tankrabatt“, „Auf dieser Titanic fehlt noch die Panik“, „Naturschutz braucht Klimawende“. Letzteres kam vom Naturschutzbund (Nabu). Auch die Bremische Evangelische Kirche (BEK) erklärte ihre Unterstützung. „Viele Gruppen und Initiativen“ der BEK würden sich am „Klimastreik“ beteiligen, hatte eine Sprecherin mitgeteilt.

„Climate Justice“ (Klimagerechtigkeit) fordern diese Demonstranten auf ihrem Transparent.
„Climate Justice“ (Klimagerechtigkeit) fordern diese Demonstranten auf ihrem Transparent. © Kuzaj

Krieg und Klima, für Bremens Umwelt- und Klimaschutzsenatorin Maike Schaefer (Grüne) gehören die beiden Themen auch zusammen. Vor dem Hintergrund der Folgen der Klimakrise sowie der aktuellen weltpolitischen Lage rief die Politikerin – nie um einen guten Ratschlag verlegen – am Freitag die Bürger dazu auf, vermehrt Energie zu sparen: „Es tobt ein furchtbarer Krieg in Europa. Und uns allen wird gerade schmerzhaft bewusst, dass fossile Energien nicht nur das Klima, sondern auch Kriege anheizen. Umso wichtiger ist es, dass wir alle jetzt möglichst viel Energie sparen. Ob Heizen, Mobilität oder Konsum – in allen Lebensbereichen können wir uns klimabewusst verhalten und gleichzeitig den Geldbeutel schonen!“

Bremer Senatorin Schaefer: „Heizung runterdrehen“

Schaefer weiß auch, wie das geht. Zitat: „Heizung runterdrehen, LEDs statt Glühbirnen, lokal und saisonal einkaufen, auf Mehrwegverpackungen achten, Müll trennen oder das Auto mal stehenlassen und sich aufs Rad setzen. Klimaschutz fängt im Kleinen an und kann so einfach sein.“ In einer am Freitag verbreiteten Mitteilung ihres Ressorts wird das auch weiter ausgeführt: „Dreimal täglich lüften statt das Fenster auf Kipp zu stellen und dabei die Heizung ausstellen. Es empfiehlt sich besonders, die Heizung herunterzudrehen. Ein Grad weniger Raumtemperatur spart sechs Prozent der Heizenergie. Um Strom zu sparen sollte man im Haushalt auf Steckerleisten setzen und diese nach Gebrauch der Geräte abschalten.“

Zurück zum „globalen Klimastreik“, den Senatorin Schaefer ausdrücklich begrüßte – auch mit Blick auf ihre Behörde. Denn sie würde sich, wie sie am Freitagmorgen erklärte, „freuen, wenn möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ressorts sowie zugehöriger Dienststellen an der Demonstration teilnehmen“. Eine Einschränkung kam dann doch noch: „Es muss natürlich sichergestellt sein, dass der Dienstbetrieb weiterhin gewährleistet ist.“

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