Nabu-Jahresbilanz: Lob für Bremen, Tadel für Bremerhaven / Kritik am Offshore-Terminal in der Seestadt

„Freundlicher Ton aus der Verwaltung“

Bei der sommerlichen Aufbauarbeit im neuen Domizil in der Vahr: Nabu-Landeschef Bruno von Bülow.
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Bei der sommerlichen Aufbauarbeit im neuen Domizil in der Vahr: Nabu-Landeschef Bruno von Bülow.

Bremen - Lob für Bremen, Tadel für Bremerhaven – diese Bilanz zieht der Naturschutzbund (Nabu) zum Ende des Jahres.

„Es ist ein zweigeteiltes Bild, das die Bremer Politik in Sachen Naturschutz abliefert“, formuliert Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann. „In Bremen sind deutliche Anstrengungen zu erkennen, während in Bremerhaven weiter gegen Bürger und Natur geplant wird.“

Der Nabu-Landesvorsitzende Bruno von Bülow: „Beim Naturschutzgebiet Luneplate in Bremerhaven kann auch die schiere Größe von 1 400 Hektar nur schwer über die massiven Naturverluste hinweghelfen, die dieses Gebiet nötig machten.“ Verschiedene Hafenbauten, „schwerste Eingriffe in die Weser“ sowie Gewerbeflächen seien im Lauf der Jahre auf der Luneplate ausgeglichen worden.

Ein „besonders schlimmer Eingriff“ stehe mit dem Offshore-Terminal erst noch bevor. „Trotz halbierter Ziele für die Offshore-Windenergie hält Bremens Politik an diesem unnützen Hafen fest“, so von Bülow. Durch die 25 Hektar große Industrieanlage werde „Deutschlands größter Mauserplatz für Säbelschnäbler ruiniert“.

Auch die Bremerhavener Ikea-Ansiedlung ärgert die Naturschützer. Von Bülow: „Bitter ist dabei das Umfallen der Grünen in der Seestadt. Kaum sind sie in der Regierung, agieren sie genauso selbstherrlich wie ihre vorigen Gegner.“

In der Stadt Bremen freut man sich beim Nabu unterdessen über einen „bürgerfreundlicheren Ton aus der Verwaltung“. Und über neue Naturschutzgebiete. Von Bülow: „Der Hochwasserschutzpolder in der Neustadt und Krietes Holz in Osterholz sind gute und notwendige Ergänzungen der Schutzgebietslandschaft Bremens.“

Ein einschneidendes Ereignis gab es in diesem Jahr für den Nabu selbst. Wie berichtet, sind die Naturschützer von der Contrescarpe in die Vahr umgezogen – nach der Erbschaft einer Gärtnerei mit einem Areal von fast 30 000 Quadratmetern am Vahrer Feldweg. Mit einem so großen Gelände mitten in der Stadt sei für den Nabu „ein echter Traum in Erfüllung gegangen“, sagt Bruno von Bülow. „Wir werden ein Paradies für Mensch und Natur daraus gestalten.“ Der Nachkriegsbau wurde mit der Hilfe etlicher Freiwilliger inzwischen renoviert. Elektronik und Computernetzwerk kamen hinzu – der Umzug wurde zu einem Großprojekt mit Folgen. „Unsere Reserven sind weg“, stellt Bruno von Bülow fest. „Aber wir haben Kontakt zu einigen interessierten Firmen, die uns unterstützen wollen.“ Für die Gestaltung des Areals sammelt der Nabu nun Spenden. · kuz

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