„Soll Familienfest bleiben“

Freimarkt-Schausteller sehen „Ballermann“-Gefahr

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Bei der traditionellen Schaustellerrunde der SPD im „Riverboat“ ging es unter anderem um das Thema Sicherheit.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Es geht um das Bild des Freimarkts.“ Und um eben dieses Bild machen die Schausteller sich Sorgen, sagt Schaustellervertreter Rudi Robrahn. Beim traditionellen SPD-Frühschoppen im „Riverboat“ von Natalie Weinert wurde Robrahn deutlich: „Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht zu sehr in Richtung ,Ballermann‘ entwickeln.“

„Ballermann“ auf der Bürgerweide? Das ist nicht gewollt; auch im Wirtschaftsressort nicht, das nun zum zweiten Mal für die Organisation des Volksfests verantwortlich ist. Großzelte gibt es nur vier auf dem Freimarkt. „Die Zahl der Ausschankbetriebe ist nicht erhöht worden“, sagte jüngst Marita Wessel-Niepel, im Ressort Leiterin der Abteilung für Gewerbe- und Marktangelegenheiten. „Der Freimarkt soll weiter ein Familienfest bleiben.“ Da will man sich in Bremen von manchem Jahrmarkt im Süden deutlich unterscheiden.

Robrahn aber sieht Alarmsignale – und die sieht er besonders sonntags, zur Frühschoppen-Zeit. „Ich habe kein Verständnis dafür, wie sich dieser Tag entwickelt.“ Wieder und wieder seien „unschöne Szenen“ zu beobachten. Robrahn: „Das sind die Anfänge – und die sind schlimm. Wir kennen das von anderen Veranstaltungen. Wir wissen, wo das hinführt.“ Auch beim Freimarktsumzug am vergangenen Sonnabend sind so manchen Besuchern – etwa Familien, die mit Kindern unterwegs waren – Alkoholexzesse und „Ballermann“-Sex-Schlager negativ aufgefallen.

Bis Dienstag keine Raubtaten registriert

Alkoholkonsum ist ein Thema, das sich auch auf die Sicherheit einer Großveranstaltung auswirkt. Apropos – wie sieht es denn aus mit der Sicherheit auf dem 983. Bremer Freimarkt? „Wir sind relativ zufrieden“, so Uwe Koslowsky, Leitender Polizeidirektor. So habe es bis Dienstag „noch keine Raubtat“ gegeben – und „keinen versuchten Totschlag mit Tritten gegen den Kopf wie im Vorjahr“. Wie berichtet, sind allerdings Frauen auf dem Freimarkt sexuell belästigt und begrapscht worden.

Auch zu Schlägereien sei es durchaus gekommen, aber: „Da gab es nicht diese Exzesse, weil die Sicherheitsdienste gleich eingeschritten sind.“ Die Polizei arbeite „eng“ mit den privaten Sicherheitsdiensten zusammen, die auf dem Freimarkt eingesetzt werden.

Engagiert werden sie beispielsweise vom Veranstalter, vom Wirtschaftsressort eben. Wessel-Niepel wies im „Riverboat“ darauf hin, dass der Senat für die Jahre 2018 und 2019 noch einmal 1,5 Millionen Euro „für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen“ (inklusive Notbeleuchtung und Sanitätsdienst) eingeplant habe – für Osterwiese, Freimarkt und Weihnachtsmarkt.

Der 983. Bremer Freimarkt dauert bis zum 4. November. Öffnungszeiten: täglich 13 bis 23 Uhr; freitags und sonnabends bis 24 Uhr.

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