Hauptzollamt Bremen legt Jahresbilanz für 2009 vor / Mehr harte Drogen / Kontrollen in Sachen Schwarzarbeit

„Freiheitsstrafen von 22 Jahren“

Zolleinsatz im Bereich Bürgermeister-Smidt-Straße/Wallanlagen.

Bremen - Von Thomas Kuzaj· Drogen, Degen, Bärenfelle – der Zoll hatte auch im vergangenen Jahr wieder alle Hände voll zu tun. Genug Stoff für eine Jahresbilanz also, die das Hauptzollamt Bremen gestern vorlegte.

Zum Amt mit dem Sitz an der Hans-Böckler-Straße im Stadtteil Walle gehören 830 Zöllner. Sie arbeiten in Bremen und Bremerhaven sowie bei zwei Kontrolleinheiten in Cuxhaven und Stade. Ein Schwerpunkt ist die Schwarzarbeit – sprich: deren Bekämpfung.

Die Zöllner kontrollierten im vergangenen Jahr im Land Bremen und in Teilen Niedersachsens – dem so genannten „nassen Dreieck“ zwischen Elbe und Weser, wie ein Sprecher formulierte – „insgesamt 8 300 Personen und 875 Arbeitgeber“. Anschließend sahen sie sich gezwungen, 2 500 Ermittlungsverfahren wegen Straftaten und weitere 1 100 wegen Ordnungswidrigkeiten einzuleiten.

Der Sprecher nicht ohne Stolz: „Abgeschlossene Verfahren führten zu Geldstrafen von insgesamt 1,11 Millionen Euro und zu Geldbußen in Höhe von 1,03 Millionen Euro. Die Gerichte verhängten aufgrund der Erfolge Freiheitsstrafen von insgesamt 22 Jahren.“

Ein weiterer Zoll-Schwerpunkt sind Steuereinnahmen. 2009 nahm das Hauptzollamt Bremen etwa€ 3,5 Milliarden Euro ein – 1,6 Milliarden Euro an Verbrauchsteuern, 1,4 Milliarden Euro an Einfuhrumsatzsteuer und eine halbe Milliarde Euro an Zöllen. Bei den Verbrauchssteuern entfiel der größte Anteil auf die Energiesteuer (knapp 1,27 Milliarden Euro), gefolgt von der Kaffeesteuer (269,9 Millionen Euro).

Rauschgift, Waffen, geschützte Pflanzen und Tiere – lange nicht alles, was über die Grenzen nach Deutschland eingeführt wird (oder werden soll), ist erlaubt. Im vergangenen Jahr beschlagnahmten die Mitarbeiter des Hauptzollamts Bremen 15 Kilogramm Heroin, 14,8 Kilogramm Kokain, 16,4 Kilogramm Marihuana, 154 Kilogramm der Kaudroge Kath, 22 Kilogramm Amphetamine, 150 Cannabispflanzen sowie 0,8 Kilogramm Haschisch. Das geschah beispielsweise an den Zolltoren, wo auch Röntgengeräte zum Einsatz kommen, und auch bei Straßenverkehrskontrollen mit mobilen Einheiten. Besonders bei harten Drogen stiegen die Zahlen deutlich. Zum Vergleich: 2008 beschlagnahmten die Bremer und Bremerhavener Zöllner 5,7 Kilogramm Kokain und 684 Gramm Heroin.

Zudem deckte der Zoll 2009 den versuchten Schmuggel von mehr als 4,2 Millionen unversteuerten Zigaretten auf – vier Millionen allein mit Hilfe der Röntgengruppe. Dadurch sei ein Steuerschaden von mehr als 700 000 Euro verhindert worden, erklärte der Sprecher.

Und sonst? Nun, bisweilen dürften auch erfahrene Zöllner staunen, was da manchmal an ihnen vorbeigeschmuggelt werden soll. Sie schreiben es dann auf. Auch für ihre Jahresbilanz. Im vergangenen Jahr zählten 19 Waffen und Waffenteile, 28 verbotene Gegenstände wie Stockdegen und exakt „16 Stück Munition“ ebenso zum „Schmuggelgut“ wie vier Bärenfelle.

WWW.

zoll.de

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