Sozialressort erlässt Regeln für Haaranalysen

Frehe: Verfahren ist fein abgestuft

Bremen - Das Bremer Sozialressort präzisiert die Regelungen zu Haaranalysen bei Kindern in Lebenspartnerschaften, in denen illegale Drogen konsumiert und mit Methadon substitutiert wird.

Eine entsprechende „verbindliche Arbeitshilfe zur fachlichen Weisung“ sei erlassen und im Jugendhilfeausschuss vorgestellt worden, sagte der Sprecher des Sozialressorts. „Wir haben uns damit auf ein fein abgestuftes Verfahren verständig, das geeignet ist, den Umständen des Einzelfalls gerecht zu werden“, sagte Staatsrat Horst Frehe. Den Fallmanagern würden damit klare Leitlinien an die Hand gegeben.

Wenn die Fallmanager der Jugendbehörde Verdacht schöpfen, dass in einem Haushalt, in denen auch Kinder leben, illegale Drogen konsumiert werden, sollen Haar analysen veranlasst und auf diese Weise ein „Erststatus“ erfasst werden. In allen Fällen, in denen sich erheblicher Drogenkonsum oder erheblicher Beigebrauch illegaler Drogen zur Substitution nachweisen lässt, soll es in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen geben – frühestens aber nach sechs Monaten.

Wenn sich der Verdacht auf den Konsum illegaler Drogen bei Eltern bestätigt, sollen auch die Haare der Kinder getestet werden. Liegen gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Kindeswohls vor, können die Haare der Kinder auch auf Spuren von Drogen untersucht werden, ohne dass Ergebnisse aus den Haaren der Eltern vorliegen“, ergänzte Frehe.

So weit die Theorie. In der Stadt Bremen wurden von März 2011 bis April 2012 in Drogenhaushalten bei 118 Kindern unter 14 Jahren Haaranalysen vorgenommen. In 33 Fällen (28 Prozent) wurden keine Spuren von Drogen im Haar der Kinder gefunden, 85 Kinder wurden positiv getestet. Insgesamt sind 55 Kinder (47 Prozent) vorübergehend oder dauerhaft aus den Familien herausgenommen worden, alle übrigen Kinder konnten in den Familien bleiben. · je

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