Hilfe für extrem unreife Frühgeborene

So funktioniert Bremens erste Frauenmilchbank

Am Krankenhaus „Links der Weser“ gibt es nun Bremens erste Frauenmilchbank. Für Mütter, die Probleme beim Stillen haben und ihr Frühgeborenes nicht mit genügend Milch versorgen können.

Bremen – Wenn Babys viel zu früh auf die Welt kommen, sind viele Mütter nicht in der Lage, direkt selbst zu stillen. Frühgeborene sind zwar im medizinischen Sinne nicht krank, aber viel unreifer. Daher sind sie von Beginn an auf eine ausreichende Versorgung angewiesen.

Verbund Gesundheit Nord (GeNo)
HauptstandortBremen
RechtsformgGmbH
LeitungDr. Dorothea Dreizehnter

Vor allem in den ersten Monaten sind Frühgeborene viel anfälliger für Infektionen. Muttermilch wirkt vorbeugend dagegen und wirkt sich zudem auch langfristig sehr positiv auf die Gesundheit von Babys aus. Als Frühgeborenes gelten übrigens Kinder, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Die Gesundheit Nord (GeNo) bietet am Krankenhaus „Links der Weser“ nun die erste Frauenmilchank in Bremen an, um Mütter bei der Versorgung ihres Babys zu unterstützen.

Frauenmilchbank in Bremen: Muttermilch nicht zu ersetzen

In den vergangenen Jahrzehnten wurden Frühgeborene meistens mit künstlicher Formula-Nahrung versorgt, doch heute kommt immer häufiger Muttermilch zum Einsatz. „Sie lässt sich durch kein künstlich hergestelltes Produkt imitieren“, sagt Dr. Thorsten Körner. Er ist leitender Arzt der Neonatologie am Klinikum „Links der Weser“ und hat zusammen mit Dr. Birte Tröger die Frauenmilchbank der Gesundheit Nord ins Leben gerufen.

Bedürftige Frühgeborene der Klinik „Links der Weser“ bekommen Muttermilch

Aber was genau ist eigentlich eine Frauenmilchbank und wie funktioniert sie? Mit ihr kann Milch von Spenderinnen aus den Reihen der eigenen Frühchen-Mütter gelagert und an die bedürftigen Frühgeborenen der Klinik „Links der Weser“ abgegeben werden. Die Frauenmilchbank der Gesundheit Nord in Bremen arbeitet nach dem Prinzip der klinikinternen Frauenmilchspende.

Am Krankenhaus „Links der Weser“ gibt es nun Bremens erste Frauenmilchbank.

Überschüssige Frauenmilch kann gespendet werden

„Ausgewählte Mütter, die selber Patientinnen des Perinatalzentrums waren und deren eigene Kinder auf der Frühgeborenen-Intensivstation behandelt werden, sollen die Möglichkeit erhalten, überschüssige Frauenmilch zu spenden“, heißt es seitens der GeNo.

Die gespendete Milch geht dann an extrem unreife Frühgeborene in der besonders sensiblen Zeit der ersten Lebenstage. Dabei diene die Frauenmilchspende vornehmlich der Überbrückung, bis die eigene Mutter genug Muttermilch bereitstellen kann, erklärt die GeNo. Die Eltern der Frühgeborenen werden zuvor um Einverständnis bezüglich der Verfütterung von Spenderinnen-Frauenmilch gefragt.

Frauenmilchbank Bremen nimmt keine Milchspenden von außerhalb an

Die Frauenmilchbank nimmt keine Milchspenden von außerhalb der Klinik an; finanziert wird die Bank hauptsächlich über Spendenbeiträge. „Mit der Etablierung der Frauenmilchbank für unsere Früh- und Neugeborenen können wir einen wichtigen Beitrag zur optimalen Versorgung der Kinder leisten und ihnen den bestmöglichen Start ins Leben ermöglichen“, so die GeNo. Die erste Frauenmilchbank in Niedersachsen wurde übrigens in Vechta eröffnet.

Frauenmilchbank in Bremen: Muttermilch ideal auf Bedürfnisse eines Säuglings zugeschnitten

Muttermilch ist für Babys extrem wichtig. „Man weiß heute, dass Kinder, die mit Muttermilch versorgt werden, sich nicht nur besser neurologisch entwickeln, sondern im Laufe ihres Lebens auch weniger anfällig für verschiedene Krankheiten wie Diabetes und allergische Erkrankungen sind“, weiß Dr. Birte Tröger. Muttermilch sei ideal auf die Bedürfnisse eines Säuglings zugeschnitten und damit die beste und natürliche Ernährungsform in den ersten Lebensmonaten.

Mehr Infos gibt es per Mail unter frauenmilchbank@gesundheitnord.de. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch

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