Ein umfangreiches Lexikon begleitet die aktuelle Ausstellung des Focke-Museums

Frauen und Geschichten

Bis zum 21. August zeigt das Focke-Museum die Ausstellung „Bremer Frauen-Geschichten“. Begleitend dazu ist ein Buch erschienen, das auch für sich steht. - Foto: Luther/Focke-Museum

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Bremer Frauen und ihre Geschichten, Frauen in der Bremer Geschichte – all das steht gegenwärtig im Focke-Museum (Schwachhausen) im Fokus. Bis zum 21. August ist dort die Ausstellung „Bremer Frauen-Geschichten“ zu sehen. Der Begleitband dazu ist mehr als ein begleitendes Buch, sondern ein Band, der über die Dauer der Ausstellung hinaus eine Lücke schließt.

Bisher nämlich gab es ein Bremer Frauenlexikon allein im Internet – und nun liegt es, herausgegeben vom Verein „Bremer Frauenmuseum“, in gedruckter Form vor. Als 500 Seiten starkes Standardwerk – das Ergebnis jahrelanger Recherche- und Forschungsarbeit.

Der Band mit dem Titel „Frauen Geschichte(n) – Biografien und Frauenorte aus Bremen und Bremerhaven“ vereint insgesamt 308 Stichworte von 41 Autorinnen und sechs Autoren, um es mal ganz genau zu nehmen. Erschienen ist das Lexikon in der Edition Falkenberg. Es kostet 25 Euro.

Und es reicht von A bis Z, von der Schauspielerin Elisabeth Abt (1741 bis 1783) bis zu Selma Zwienicki (1882 bis 1938), die in der Reichspogromnacht von den Nationalsozialisten ermordet wurde.

Das Buch enthält Kurzbiografien vieler Bremerinnen, die man in diesem Buch auch erwarten darf – die Pädagogin Betty Gleim (1781 bis 1827) und die Malerin Paula Modersohn-Becker (1876 bis 1907) etwa, Bürgermeisterin Annemarie Mevissen (1914 bis 2006), die Keramikerin Auguste Papendieck (1873 bis 1950) und Hanna Kunath (1909 bis 1994), Bremens erste Pilotin.

Es sind aber auch Beiträge zu vielen Bremerinnen zu finden, die lange nicht so bekannt sind wie die „großen Namen“. Da gibt es manche Frauen-Geschichte zu entdecken. Die von Elvira Vierke (1939 bis 2005) zum Beispiel, die als Schweißerin beim Bremer Vulkan gearbeitet hat. 1983 durfte sie – auf Wunsch der Reederei – einen Mehrzweckfrachter taufen.

En passant gibt das Buch Einblicke in Aspekte der Alltags- und Sozialgeschichte verschiedener Epochen. Zum Autorenteam zählen Kunstwissenschaftlerinnen und Historikerinnen von bremischen Museen. Der Verein „Bremer Frauenmuseum“ wiederum hat sich seit 1991 mit all den Frauen und ihren Geschichten beschäftigt.

Es geht in dem Lexikon um das Engagement und die Leistungen von Bremerinnen, die durch soziale, berufliche, sportliche, wissenschaftliche und künstlerische Aktivitäten auf sich aufmerksam gemacht haben. Um Frauen, die sich als Stifterinnen engagiert haben, in der Kirche, in der Politik.

Und es geht ebenso auch um Lebensleistungen von Frauen in der alltäglichen Familien-, Erziehungs- und Hauswirtschaftsarbeit – Leistungen, die sonst auch gerne mal unerwähnt bleiben. Zu dieser Alltagsbezogenheit passt, dass zu den im Buch vorgestellten „Frauenorten“ beispielsweise der „Frauen-Erwerbs- und Ausbildungsverein“ in der Carl-Ronning-Straße gehört.

Das Buch wird Mittwoch bei „Belladonna“ (Sonnenstraße 8) präsentiert. Regina Contzen, Edith Laudowicz, Dr. Renate Meyer-Braun und Romina Schmitter lesen aus dem Band. Beginn ist um 19.30 Uhr.

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