Konsortium aus BVE und WFB gewinnt den Bieter-Wettstreit / Schneider: „Unsere Crew steht“

Frank Minders Sixdays-Ära ist beendet

Frank Minder hat den Bieterwettstreit verloren.

Bremen - Von Gerd Töbelmann· Bis zuletzt hatte Frank Minder wie ein Löwe darum gekämpft, „sein“ Bremer Sechstagerennen auch weiterhin ausrichten zu dürfen. Doch gestern am frühen Abend kam die Nachricht: Minder ist raus.

Der 64-Jährige zog im Bieter-Wettstreit um die Veranstaltungsrechte den Kürzeren. Die 48. Auflage der Bremer Traditionsveranstaltung wird 2012 von der Bremer Veranstaltungs- und Event GmbH & Co. KG (BVE) in Kooperation mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Bremen (WFB) durchgeführt.

Die BVE ist eine gemeinsame Gesellschaft der Bührmann-Gruppe und Elko Technik , ein Unternehmen der Nehlsen-Gruppe. Die neue Veranstaltungsgesellschaft schließt einen Mietvertrag mit der WFB über die Überlassung der Hallen.

Hans-Peter Schneider, Geschäftsführer der WFB und damit Mitveranstalter, sagte gestern auf Nachfrage: „Von den vier guten Bewerbungen ist die jetzt ausgewählte die beste.“ Kleiner Beigeschmack: Schneider hatte in seiner Funktion in der Findungs-Kommission auch das letzte Wort über die Vergabe. Gibt’s denn schon eine Art „Schatten-Kabinett“? „In großen Teilen steht unsere Crew. Da sind auch Leute dabei, die in Bremen und darüber hinaus einen guten Ruf genießen“, meinte Schneider. Einzelheiten will der künftige Veranstalter demnächst präsentieren.

Eine Kooperation zwischen der BVE und der WFB soll bei der Zukunftssicherung der Sixdays helfen, da der Geschäftsbereich Messe und Veranstaltungen der WFB bei derartigen Veranstaltungen schon viele Erfahrungen gesammelt hat.

Das Konzept der Veranstalter sieht vor, das Sechstagerennen im sportlichen Bereich zu ergänzen, im Veranstaltungsbereich vielseitiger aufzustellen und zugleich mit neuen Vertriebswegen neue Zielgruppen zu gewinnen.

Die unterlegenen Anbieter haben eine Frist von zehn Tagen, um einen Antrag auf Nachprüfung der Vergabeentscheidung zu stellen.

Die Entscheidung ist schlichtweg ein Hammer, denn hinter vorgehaltener Hand wurde gemunkelt, dass es Minder mit seiner Firma Bremer Sportmarketing wohl wieder (in leicht abgewandelter Form) machen könnte. Dr. Heiner Heseler, Staatsrat im Wirtschaftsressort, dem die WFB unterstellt ist, hatte noch am Dienstag erklärt: „Wir müssen einen Neuanfang machen, aber Frank Minder sollte mit seiner Erfahrung unbedingt mit im Boot sein.“

Das alles ist nun Schall und Rauch. Minder und seine Crew sind Geschichte. Verbunden damit ist auch der Rücktritt des Kult-Duos Klaus & Klaus, des Sportlichen Leiters Patrick Sercu und der Bahnsprecher Christian Stoll und Sven Kaulbars.

Und wie fiel Minders Reaktion gestern aus? Nach außen hin ziemlich moderat: „Den neuen Veranstaltern wünsche ich viel Glück, damit sie den bisher erfolgreichen Weg im Sinne Bremens fortsetzen können.“ Aber im Vorfeld hatte Minder im Falle einer Niederlage eine „deftige“ Pressekonferenz angekündigt.

Was die Sieger-Bewerbung so stark macht, bleibt noch im Verborgenen. Vielleicht ist der finanzielle Background (hohe, garantierte Hallenmiete) ja so stark, dass die Entscheider nicht nein sagen konten.

So unverhofft diese Vergabe kam, so klar war die Sache beim sportlichen Finale am Dienstag: Robert Bartko und Robert Bengsch dominierten so klar (zwei Runden Vorsprung), dass Sercu nur den Kopf schüttelte: „So ein langweiliges Rennen habe ich in meiner Bremer Zeit noch nie erlebt.“ Und der zusammen mit Alexander Aeschbach Zweitplatzierte Schweizer Franco Marvulli fügte hinzu: „Auch mit Bruno Risi wäre ich chancenlos gewesen.“

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