Fotodokumentation über Frauenarbeit bei der Bremer Wollkämmerei

Im Wechsel der Zeiten

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Detlef Gorn in der Ausstellung „Frauen auf der BWK“. Die Ausstellung zeigt eine Fotodokumentation über Frauenarbeit bei der Bremer Wollkämmerei.

Bremen - Von Doris Friedrichs. Frauen bei der Bremer Wollkämmerei (BWK) stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung, organisiert vom Förderverein Kämmereimuseum. Die Fotodokumentation in den früheren Räumen der Blumenthaler Bibliothek ist mehreren Jahrzehnten Frauenarbeit gewidmet.

Ergänzt wird die bebilderte Zeitreise um ein 20-minütiges Video des ehemaligen Technischen Zeichners der BWK, Heinrich Sendler, über seine Tochter Anneliese und das Leben in Blumenthal und Umgebung.

Aus mehr als 300 Glasnegativen hat Ausstellungsmacher Detlef Gorn, Vorsitzender des Fördervereins Kämmereimuseum, die großformatigen Schwarz-Weiß- und Farbfotos ausgewählt. Zu sehen sind unter anderem Bilder aus der Produktion, beispielsweise bei der Verarbeitung von Kammzug, und aus der Sortierung, schwerpunktmäßig aus den 20er und 30er Jahren. „Die Sortierung wurde 1979 eingestellt“, erzählt Detlef Gorn. „Ab da fand die Vorsortierung bereits in den Herkunftsländern statt.“

Ebenso werden Frauen in der Verwaltung, unter anderem bei der Herstellung von Fernsprechverbindung, und in der Prüfstation gezeigt, wo Kammzüge auf Verunreinigungen untersucht werden. Die Farbaufnahmen stammen aus den 60er und 70er Jahren. Die Jahrzehnte dazwischen fehlen weitestgehend. Das läge daran, dass in den 50ern vor allem Männer in der Produktion eingesetzt wurden, berichtet Gorn, aber auch daran, dass der damalige Direktor Nicolaus Schilling Fotos in der Produktion verbot. „Das war Betriebsgeheimnis“, sagt Gorn.

Ein anderer Bereich der Ausstellung „Frauen auf der BWK“ ist der Werkszeitung „Sir Charles“ zugedacht. Frauen sind hier in der Minderzahl. In 62 Ausgaben finde sich lediglich zehnmal ein Frauenthema, erklärt Gorn. Großen Raum nehmen Aufnahmen von Frauen aus Griechenland ein, die einst bei der BWK arbeiteten. Zu sehen sind Griechinnen in ihren Unterkünften, bei einer griechisch-italienischen Hochzeit, in der Kirche und beim Tanzen. Die Frauen hätten regen Anteil am gesellschaftlichen Leben in Blumenthal genommen, erzählt Gorn, der die vielen Bilder dem Fundus der Griechin Anna Konstantinidou entnommen hat. Sie nahm 1961 ihre Arbeit bei der BWK auf. Mit dem „Tag der Deutschen Einheit“ am 3. Oktober 1989 schied sie aus dem Unternehmen aus und verließ Deutschland Richtung Heimat.

Und dann gibt es den Bereich Führungspositionen in der Ausstellung. Der ist allerdings nicht bebildert. Eine weiße leere Papierbahn drückt aus, wie es um Frauen in Führungspositionen auf der 2009 geschlossenen BWK bestellt war. Gleich hinter diesem weißen Nichts schließt sich ein Raum an, der auf ein neues Audio-Angebot des Fördervereins ab September verweist. Dann können Interessierte über Mobilfunknummern (zwischen 089210833421-101 bis -112) Details über zwölf denkmalgeschützte Gebäude auf dem BWK-Gelände abrufen. Während der Ausstellungsdauer erfahren sie bereits Informatives über die Geschichte des Unternehmens, erzählt von Sven Kuhnen.

Die Ausstellung in den Räumen der ehemaligen Bibliothek, Landrat-Christians-Straße 109, ist bis zum 23. August zu sehen. Sie ist dienstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags von 14 bis 20 Uhr.

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