Forschungsschiff „Heincke“ ist seit 25 Jahren im wissenschaftlichen Einsatz

Kurs auf Spitzbergen

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Die „Heincke“ ist vor 25 Jahren in Dienst gestellt worden. Morgen startet das Forschungsschiff zu den nächsten Expeditionen nach Nordwegen und Spitzbergen aus.

Bremerhaven - Mehr als 900 000 Kilometer, genauer gesagt 488 842 nautische Meilen, hat die „Heincke“ auf den Weltmeeren zurückgelegt. Heute feiert das Forschungsschiff des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) Jubiläum: Das Schiff ist seit 25 Jahren im Einsatz für die Wissenschaft. Morgen, Donnerstag, läuft die „Heincke" von Bremerhaven aus zu ihren nächsten Expeditionen nach Nordnorwegen und Spitzbergen aus.

Als die „Heincke“ am 8. Juli1990 auf die erste Reise geschickt wurde, hieß der Forschungsminister Heinz Riesenhuber. Und trug Fliege. Wenige Stunden, nachdem der CDU-Politiker das Schiff der Wissenschaft übergab, sollte die (bundes-)deutsche Elf in Rom Fußball-Weltmeister werden. Noch gab es zwei deutsche Staaten. Heute ist Riesenhuber mit fast 80 Jahren der älteste Bundestagsabgeordnete. Die „Heincke“ hat derweil jede Menge Verjüngungskuren hinter sich.

Das Schiff sei auf dem neuesten technischen Stand, sagt eine AWI-Sprecherin. „Es fährt heute mit Rußpartikelfilter und nachgeschalteter Abgasreinigungsanlage.“ Erst im Winter wurde die vibrationsarm gebaute „Heinke“ im Rahmen der Neumotorisierung umweltfreundlich nachgerüstet.

„Wir sind stolz, dass wir für unsere Forschungsarbeiten auf einem Schiff unterwegs sind, das ein Vorreiter hinsichtlich des Umweltschutzes ist“, sagt Dr. Rainer Knust vom AWI.

Er ist wissenschaftlicher Koordinator der „Heincke“, die ein Multifunktionsschiff für Forschungsprojekte ist. Bereits im zweiten Dienstjahr fuhr das Schiff zu längeren Expeditionen in die Biskaya mit dem Schwerpunkt der Untersuchung von Kleinstlebewesen (Plankton), der Ozeanographie und der Entwicklung von Fisch- und Krebsbeständen. In den folgenden Jahren führten die Forschungsreisen laut AWI bis zu den Kanaren und ins Mittelmeer, oft eingebettet in internationale Projekte.

„Das Hauptuntersuchungsgebiet war und ist aber die Nordsee“, heißt es. Mit der Eingliederung der Biologischen Anstalt Helgoland in das Alfred-Wegener-Institut im Jahr 1998 erweiterte sich das Fahrtgebiet zusätzlich Richtung Norden. So leistet die „Heincke“ mittlerweile zunehmend Dienste für Forschungen bis Spitzbergen. „Sie bedient alle meeresbezogenen Fachrichtungen, von der Biologie und Ökologie, der physikalischen Ozeanographie, der Chemie des Meeres bis hin zur Geologie. Sie ist daher eine wichtige Forschungsplattform nicht nur für das AWI, sondern auch für andere Institutionen an der Küste zur Erfüllung der gestellten Forschungsaufgaben“, sagt Knust.

In Zusammenarbeit mit den Universitäten Bremen, Oldenburg, Hamburg und Kiel ist die „Heincke“ auch ein wichtiges Ausbildungsschiff für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Das 54,4 Meter lange und 12,5 Meter breite Forschungsschiff hat eine Reichweite von 4000 nautischen Meilen und ist dafür ausgerichtet, 30 Tage auf See zu verbringen, ohne einen Hafen anzulaufen. Es bietet Platz für bis zu zwölf Wissenschaftler.

je

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