Forschungseisbrecher aus der Arktis zurück / Ende Oktober geht’s in die Antarktis

„Polarstern“ im Heimathafen

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Polarlichter – von der „Polarstern“ aus aufgenommen.

Bremerhaven - Der Forschungseisbrecher „Polarstern“ des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) ist gestern nach fünfmonatiger Expedition aus der Arktis in seinen Heimathafen Bremerhaven zurückgekehrt. Seit Mitte Mai nahmen mehr als 200 Biologen, Physiker, Chemiker, Eisphysiker, Ozeanographen und Geowissenschaftler an insgesamt vier Expeditionen teil, sagte eine AWI-Sprecherin.

Die „Polarstern“ legte in fünf Monaten über 16000 Seemeilen zurück, das entspricht mehr als 30000 Kilometern. Personalwechsel fanden zwischen den Expeditionen in Longyearbyen (Spitzbergen) und Tromsø (Norwegen) statt.

In der Arktis wirkt sich der Klimawandel besonders stark und rasch aus. Die Durchschnittstemperatur ist im hohen Norden in den letzten Dekaden doppelt so schnell gestiegen wie im globalen Durchschnitt. Um die Reaktionen der Umwelt auf diesen Wandel zu untersuchen, sind Wissenschaftler des AWI regelmäßig in den hohen Breiten unterwegs. Sie betreiben unter anderem ein Tiefsee-Observatorium – den „AWI-Hausgarten“ – und eine Langzeit-Messreihe aus ozeanographischen Verankerungen. Dort haben Wissenschaftler jetzt Messgeräte ausgetauscht und Daten erhoben.

„Um den Wandel in der Arktis zu ergründen, waren nationale und internationale Experten-Teams aller Disziplinen der Meeresforschung auf den vier Expeditionen vertreten“, ergänzte die AWI-Sprecherin. Sie untersuchten die Wärme- und Süßwasseränderung sowie Änderungen in der Zirkulation von Eis und Ozean. Sie maßen die Dicke des Meer- eises und analysierten Spurenstoffe, untersuchten frei im Wasser schwebende Kleinstalgen (Phytoplankton) und Tiere (Zooplankton) sowie im und auf dem Meeresboden und im Meereis lebende Pflanzen, Tiere und Bakterien. Dabei kamen auch ferngesteuerte und autonome Unterwasser-Roboter zum Einsatz. Messsysteme zur Bestimmung der Meereisdicke und der Schneeauflage, meteorologischer Größen, sowie Temperatur, Salzgehalt und biooptischer Parameter des Ozeans wurden auf Eisschollen installiert, auf denen sie durch die Arktis driften und dabei das ganze Jahr über ihre Daten via Satellit an die Forscher senden. Arktis-Premiere feierte ein Multikopter, der erstmalig im hohen Norden auf einem programmierten Kurs zurück zu seinen Entwicklern flog.

Die „Polarstern“ macht in den nächsten zwei Wochen auf der Lloyd Werft Station. Am 29. Oktober startet das Schiff in die Antarktis.

je

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