GdP fordert bessere Bewachung durch private Sicherheitsdienste

Drei Leichtverletzte bei Schlägerei in Asylheim

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Bei einer Schlägerei in einem Asylheim für Jugendliche sind drei Menschen leicht verletzt worden.

Bremen - Bei einer Auseinandersetzung in einer Asylunterkunft für Jugendliche in Habenhausen sind insgesamt drei Menschen leicht verletzt worden. Zunächst war die Polizei von einer größeren Ausschreitung mit 30 bis 50 Beteiligten ausgegangen und hatte daraufhin vorsichtshalber zahlreiche Einsatzkräfte geschickt.

Wie ein Sprecher gestern berichtete, waren letztlich etwa zehn Jugendliche am Streit beteiligt, „der Rest stand drumherum und guckte zu“.

In dem Asylheim sind unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA, früher: unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – UMF) untergebracht. Die Zahlen variieren stark, wie Bernd Schneider, Sprecher des Sozialressorts, gestern sagte. Am Wochenende lebten hier rund 300 Jugendliche aus verschiedenen Ländern.Die Auseinandersetzungen am Sonntagabend waren nicht die ersten in Asylunterkünften in Bremen. Nach Auskunft der Polizei gerieten im Heim an der Steinsetzer Straße einige jugendliche Bewohner verbal in Streit. In der Folge sei es zu einer Schlägerei zwischen mehreren Beteiligten gekommen sein. Dabei wurden laut Polizei zwei Jugendliche und ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes leicht verletzt. Fünf Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte im Zusammenhang mit der Prügelei in dem Heim eine bessere Bewachung der Unterkünfte durch private Sicherheitsdienste. Landesvorsitzender Jochen Kopelke: „Massenschlägereien binden extrem viele Polizisten und bergen großes Gefahrenpotenzial für Polizeibeamte und Außenstehende. Immer wieder mischen sich Unbeteiligte ein und solidarisieren sich gegen die Einsatzkräfte.“ Daher habe die Einsatzleitung bisher mit einem Großaufgebot an Polizei reagiert. Es stünden jedoch nicht immer ausreichend Polizisten zur Verfügung, so dass die Gefahr für die Beamten steige, meinte Kopelke. Ein besser geschultes Sicherheitsteam, das die kulturellen Eigenarten der Bewohner kenne, könnte Konflikte bereits am Anfang deeskalieren. Während sich Polizeikräfte aus dem ganzen Stadtgebiet für einen Großeinsatz sammelten, verzögere sich die Bearbeitung von anderen Einsätzen. „Meine Kollegen können nicht überall sein“, so Kopelke. Der neuen Landesregierung aus Rot-Grün sei es bisher nicht gelungen, mehr Polizisten auf die Straße zu bringen.

Polizei löst Streit im Flüchtlingsheim auf

Wir bleiben beim Thema Asyl: Bremen trifft Vorbereitungen für den ersten winterfesten Zeltstandort. Im „Kaffee-Quartier“ in der Überseestadt werden im Dezember elf Zelte aufgebaut, die besonders isoliert sind. Zudem sind sie mit geschlossenen Kabinen ausgestattet, wie Bernd Schneider sagte. Platz ist für 400 Asylbewerber, die wohl kurz vor Weihnachten einziehen werden.

Vier weitere Zeltstädte mit 1 000 Plätzen befinden sich am Überseetor, in Oberneuland, in Horn und am Fallturm. Alle sind mittlerweile mit Heizungen ausgestattet. Da Bremen inzwischen mit etwa 11 000 Asylbewerbern und 2 000 UMA rechnet, müssen wohl weitere Zeltstandorte über den Dezember hinaus erhalten bleiben. Am Abend warb Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) um Verständnis dafür, dass möglicherweise mehr als die bisher 14 belegten oder ins Auge gefassten Sporthallen als Asylunterkünfte herhalten müssten. Nirgendwo sonst könne man Flüchtlinge so kurzfristig unterbringen.

gn

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