Focke-Museum: Spende ermöglicht Ankauf von Industriefotografien

Vor neutralem Himmel

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Die Rolandmühle im Holz- und Fabrikenhafen – Silotrakt von 1914, Turmgebäude von 1925.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Dokumente der bremischen Industriegeschichte sind sie, die Bremen-Aufnahmen des renommierten Fotografen Manfred Hamm. Das Focke-Museum in Schwachhausen nahm einige seiner Arbeiten jetzt in seine umfangreiche Fotosammlung auf. Eine Spende der Wilhelm-Herbst-Stiftung ermöglichte dem Haus den Ankauf von elf Fotografien von Bremer Industriebauten.

„In ihrer überragenden Qualität sind die Aufnahmen nicht nur eine Bereicherung für unsere Sammlung der künstlerischen Fotografie, sondern in ihrem dokumentarischen Wert auch ein wichtiges historisches Zeugnis für die stadtgeschichtliche Sammlung des Museums“, sagt Dr. Frauke von der Haar, die Direktorin des Focke-Museums.

Hamm, Jahrgang 1944, ist durch seine Aufnahmen von Industriegebäuden und die entsprechenden Bildbände international bekannt geworden. Er fotografierte zerfallene Zechen in England, einen Flugzeugfriedhof in Arizona, stillgelegte Atomkraftwerke – Motto: „Der Schrott von heute ist das Material der Archäologie von morgen.“ Konsequenterweise trug einer seiner Bildbände Anfang der 80er Jahre den Titel „Tote Technik – ein Wegweiser zu den antiken Stätten von morgen“.

Das Schwarzweiß vieler seiner Aufnahmen schafft eine historisierende Distanz. Hamm macht Strukturen sichtbar, lässt Linien und Räume wirken. Nicht alles aber ist „tote Technik“. Etliches lebt noch – das zeigt sich gerade bei seinen Bremer Aufnahmen, die das Focke-Museum nun angekauft hat. Die Rolandmühle im Holz- und Fabrikenhafen zum Beispiel ist darunter – der Silotrakt von 1914, das Turmgebäude von 1925. Aber eben als industrielle Getreidemühle nach wie vor ein bedeutendes Unternehmen der bremischen Hafenwirtschaft. Die Archäologen müssen noch warten...

Auf seinen Bremer Bildern hielt Hamm die Industrieansiedlungen in den Häfen fest. Die Aufnahmen erfassen „vor neutralem Himmel formatfüllend das Industriedenkmal und blenden alles Nebensächliche aus“, formuliert eine Sprecherin des Focke-Museums. Hier lenkt nichts ab. Die Bilder strahlen Ruhe aus. Weiter kann man sich von der hektischen Knips-Gegenwart der Digitalfotografie kaum entfernen.

Hamms Industrieaufnahmen ergänzen nun die große Fotosammlung des Focke-Museums, die bremisches Leben vergangener Zeiten dokumentiert – Alltags- und Sozialgeschichte, Architektur und Repräsentation; angefangen in der Zeit der Daguerrotypien.

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