Das Focke-Museum präsentiert den Bremer Flugpionier Henrich Focke

Vom Erfindergeist beflügelt

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Kai Steffen (l.) und Jan Werquet am Original-Rotorkopf des Hubschraubers FW61.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Er hat die Basis gelegt für den Luft- und Raumfahrtstandort Bremen. Mit seinen Entwicklungen, seinen Pioniertaten, seiner Leidenschaft. Jetzt widmet das Focke-Museum in Schwachhausen dem Bremer Luftfahrtpioniers Henrich Focke (1890 bis 1979) eine Ausstellung: „Fockes Traum vom Fliegen – Die Erfindung des Hubschraubers in Bremen“.

Die Ausstellung beginnt am Sonnabend, 18. Juli. Sie dauert bis zum 13. September. In diesem Jahr steht der 125. Geburtstag Fockes an. Er wurde am 8. Oktober 1890 als Sohn von Johann Focke (1848 bis 1922) geboren, der Senatssyndicus war – und Gründer des Focke-Museums.

Henrich Focke war vom Erfindergeist beflügelt. Bereits als Jugendlicher konstruierte er mit seinem Bruder Wilhelm Focke (1878 bis 1974) ein flugfähiges Motorflugzeug. Die Ausstellung verbindet Lebensstationen Henrich Fockes mit „seinen wichtigsten Leistungen“, wie Dr. Jan Werquet sagt, der im Museum für den Bereich Stadtgeschichte zuständig ist.

Nachdem er Georg Wulf (1895 bis 1927) kennengelernt hatte, wurde Fockes Luftfahrt-Tüftelei „in professionelle Bahnen gelenkt“, so Werquet. Focke sei stets an der Grundlagenforschung interessiert gewesen. Er war nicht so sehr der Unternehmer. Der frühe Tod Wulfs bei einem Absturz im Jahr 1927 war für Focke nicht allein ein persönlicher Schlag. Gleichwohl ließ die Fliegerei ihn nicht los.

Mit dem FW61 konstruierte Focke in den 30er Jahren den ersten flug- und steuerungsfähigen Hubschrauber der Welt. Erstflug: 1936.

Die NS-Führung flog da gerne mit. „Technik ist nicht unpolitisch, sondern wird ganz gezielt eingesetzt“, sagt Werquet. „Der FW61 diente auch als Instrument der nationalsozialistischen Propaganda“, heißt es auf einer Ausstellungstafel. So zum Beispiel beim Flug auf dem Nürnberger Parteitag 1938. Die Nationalsozialisten nutzten technische Erfolge für Propaganda- und Kriegszwecke. So kam Fockes Schlepp-Tragschrauber „Bachstelze“ im Golf von Aden und im Indischen Ozean zum Einsatz.

Die Ausstellung zeigt diese Vereinnahmung eines Forschers – sie lässt zudem aber auch nachvollziehen, was Focke ein Leben lang an seinem Forschungsthema so sehr faszinierte. Es gibt historische Aufnahmen, Modelle und interaktive Elemente wie den „Condor“-Flugsimulator. Und es gibt den unnachahmlichen Charme der Originale. Ein Beispiel dafür ist der Rotorkopf des FW61. „Man kann nicht stark genug würdigen, dass das Focke-Museum dieses Original zeigt“, sagt Dr. Kai Steffen vom Verein „Focke-Windkanal“, der Fockes Nachkriegs-Labor in der Nähe des Hauptbahnhofs vor dem Verfall gerettet hat. Der Rotorkopf ist eine Leihgabe des Hubschraubermuseums in Bückeburg. Wer mag, darf an einer Kurbel drehen und kann den Rotorkopf dadurch bewegen.

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