Focke-Museum: „Café 68“ mit Detlef Kniemeyer

Stadtplanung in den 70er Jahren

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In entspannter Atmosphäre diskutieren – so geht‘s zu im „Café 68“ des Focke-Museums. 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Es war eine Zeit des Aufbruchs und der Ernüchterung. Bremen wollte weiter wachsen, verlor aber mehr und mehr Einwohner ans Umland. Zugleich stellte sich heraus, dass Großsiedlungen wie in Tenever eine ganze Menge Probleme mit sich brachten. Wie war das damals in den 70ern aus Sicht eines Stadtplaners? Um diese Frage, deren Beantwortung auch Fingerzeige für die Gegenwart enthalten könnte, geht es jetzt im „Café 68“ des Focke-Museums (Schwachhauser Heerstraße).

Das „Café 68“ ist Teil der Ausstellung „Protest und Neuanfang – Bremen nach ‘68“, in der sich das Museum der Zeitspanne von 1968 bis 1983 widmet (wir berichteten). Das Thema Migrationsgeschichte wird dabei ebenso in den Fokus genommen wie die aus dem Zeitgeist der 60er gespeiste Protestkultur. Es geht um den Strukturwandel und – eben – auch um Stadtentwicklung. 

Das „Café 68“ gibt Besuchern „Gelegenheit, sich in gemütlicher Runde ganz zwanglos über die Ausstellung auszutauschen, ihre Sicht auf die 70er Jahre zu schildern und mit anderen Besuchern und den Machern der Ausstellung ins Gespräch zu kommen“, so eine Sprecherin.

Gast im „Café 68“, das einmal im Monat öffnet, ist nun ein Mann, der Bremen mitgeprägt hat: Detlef Kniemeyer. Er war in den 70er Jahren Stadtplaner im Stadtplanungsamt – und wurde später dessen Leiter. Als Zeitzeuge kommt er auch in der Ausstellung zu Wort. Schwerpunkt des Abends wird also das Thema Stadtentwicklung und Städtebau sein – am Dienstag, 9. Januar, um 18 Uhr. Im Anschluss an das „Café 68“ wird dann der Film „13ter Stock“ gezeigt – ein interaktiver Dokumentarfilm über die Hochhaussiedlung Grohner Düne in Bremen-Nord.

Drei Bremer beim Bundespräsidenten

Drei Bürger aus Bremen sind Gäste beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten. Mit dem Empfang auf Schloss Bellevue in Berlin dankt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Bürgern für ihr ehrenamtliches Engagement. Aus Bremen sind am Dienstag, 9. Januar, Caterine Eba Epse Don, Gert Kramer und Dr. Gabriele Steinbach dabei.

Caterine Eba Epse Don ist Informatikerin, kommt gebürtig von der Elfenbeinküste und lebt seit sieben Jahren in Osterholz. Als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern hat sie viel Unterstützung erfahren – und sie gibt etwas zurück, indem sie sich im Verein „Afrika-Netzwerk“ engagiert. Womit sie wiederum anderen Neu-Bremern hilft, die aus Afrika in die Hansestadt gekommen sind.

Gert Kramer aus der Gartenstadt Vahr engagiert sich seit mehr als 17 Jahren bei der Tanzkompanie „Steptext Dance Project“. Der 78-jährige Rentner unterstützt Verein und Geschäftsführung durch Beratung in rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen.

Dr. Gabriele Steinbach ist Ärztin im Ruhestand. Seit 2010 bietet die gelernte Gefäßchirurgin (69) wöchentlich ehrenamtlich ambulante medizinische Hilfe über eine mobile Sprechstunde im Bremer Stadtzentrum an. Mit Fahrrad und Rucksack steuert sie gezielt Obdachlosentreffpunkte an. Mit dabei hat sie dann eine medizinische Basisausstattung für kleine und größere Verletzungen.

Botschafterin eröffnet Ausstellung

Am Montag, 8. Januar, begrüßt Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) Frankreichs Botschafterin Anne-Marie Descôtes zum Antrittsbesuch im Rathaus. Die Diplomatin trägt sich ins Goldene Buch Bremens ein. Aber das ist nicht der einzige Anlass für ihren Bremen-Besuch – ebensowenig wie ein Gespräch bei der Handelskammer im Haus Schütting.

Denn schon am Sonntag, 7. Januar, eröffnet die französische Botschafterin die Ausstellung „Charlie Hebdo“ im Haus der Bürgerschaft. Drei Jahre nach dem Terroranschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift – in Paris am 7. Januar 2015 – zeigt das Bremer Landesparlament gemeinsam mit dem Institut Français Bremen die Ausstellung „Charlie à Brême – Charlie in Bremen“. Zu sehen sind 150 teils provokante Titelseiten der Satirezeitschrift – „Bekenntnisse zur Meinungsfreiheit und gegen Intoleranz“, wie es in einer Vorschau heißt.

Die Ausstellung dauert bis zum 23. Februar. Geöffnet ist sie Montag bis Freitag in der Zeit von 10 bis 17 Uhr (geschlossen an Sitzungstagen der Bürgerschaft). Eine Eröffnung im Institut Français (Contrescarpe, ohne Botschafterin) folgt am Montag, 8. Januar, um 19 Uhr. Im Institut ist die Schau montags bis donnerstags von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 19 Uhr zu sehen – sowie freitags von 9 bis 13 Uhr.

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