MS „Sans Souci“ legt nach Amsterdam ab

Flusstouren abseits der Rennstrecken

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Die MS „Sans Souci“ legt am Sonnabendmorgen vom Anleger an der Tiefer aus ab. Ziel der knapp einwöchigen Flusskreuzfahrt ist die niederländische Hauptstadt Amsterdam. 

Bremen - Von Jörg Esser. Es geht wieder los. Richtung Westen, Richtung Holland. Am Sonnabendmorgen legt das Flusskreuzfahrtschiff MS „Sans  Souci“ vom Anleger an der Tiefer aus ab. Zu einer einwöchigen Reise über Elsfleth, Oldenburg, Ostfriesland und Groningen bis nach Amsterdam. An Bord ist Platz für 81 Passagiere. „Das Schiff ist fast ausgebucht, alle Kabinen sind belegt“, sagt Oliver Steuber, Geschäftsführer des Bremer Reiseveranstalters Plantours.

Die MS „Sans Souci“ zählt seit vier Jahren zur Plantours-Flotte. Und just ist der Exklusiv-Chartervertrag mit dem Eigner, Reeder und Kapitän Peter Grunewald verlängert worden – für weitere fünf Jahre. Steuber sagt: „Die ,Sans Souci’ passt perfekt zu uns. Sie ist klein und hat eine persönlich-familäre Note.“ Grunewald ergänzt: „Wir befahren von Breslau bis Brüssel bis Basel alle Flüsse abseits der großen Rennstrecken.“ Das „kleine“ Schiff ist 82 Meter lang und 9,50 Meter breit. Breiter geht nicht, weil die schmalste Schleuse auf dem Weg – in Rathenow an der Havel – 9,56 Meter breit ist. Und länger geht auch nicht, weil es noch ein Hebewerk für Schiffe mit ebenjenen Ausmaßen gibt. Die MS „Sans Souci“ verfügt über 41 Kabinen auf zwei Decks, über Restaurant, Fitnessraum, Sonnendeck, einen Lift zwischen Haupt- und Oberdeck sowie einen Panorama-Aussichtssalon mit Bar. Zur Besatzung zählen 23 Kräfte – auf der Brücke, in der Küche, im Service und im Catering.

„Wir sind in der Nische unterwegs“, sagt Steuber. In der nächsten Saison (ab November 2017) werden „70 Reisen auf sieben Schiffen“ angeboten – Flusskreuzfahrten auf dem Mekong von Vietnam (Ho-Chi-Minh-Stadt) bis Siem Reap (Kambodscha), in Russland auf der Wolga von Moskau nach St. Petersburg, zum Silvesterfeuerwerk nach Antwerpen, Amsterdam oder Straßburg. Hinzu kommt mit der MS „Hamburg“ ein Hochseekreuzfahrtschiff mit Platz für bis zu 400 Gäste, das eher ungewöhnliche Routen und Ziele wie Grönland und Kanada, Kuba und das Baltikum anbietet. 2018 legt das Schiff wieder häufig von Bremerhaven aus ab.

Plantours-Geschäftsführer Oliver Steuber (l.) und Kapitän Peter Grunewald auf der MS „Sans Souci“. 

Zurück nach Bremen: Die MS „Sans Souci“ liegt schon in knapp zwei Wochen wieder an der Weser. Am 26. Juli legt das Schiff zum Trip nach Berlin ab – über Nienburg, Hannover, Wolfsburg und Potsdam.

Die „Sans Souci“ wurde auf einer holländischen Werft gebaut und ist im Jahr 2000 vom Stapel gelaufen. 2007 hat Grunewald das Schiff gekauft. Für ihn war es ein Umstieg vom Tankschiff aufs Personenschiff. Vor vier Jahren hat er die „Sans Souci“ mit neuen Motoren bestückt. Das Schiff fährt mit schwefelarmem Diesel ohne Bio-Zusatz. Der Tank hat Platz für 57.000 Liter. Verbraucht wird maximal 1000 Liter pro Tag. 2014 erhielt das Schiff eine Biomembran-Kläranlage. „Wir sind acht Wochen autark“, sagt der Kapitän.

Plantours wurde 1980 in Hannover gegründet. Seit knapp 30 Jahren ist der Kreuzfahrtspezialist in Bremen beheimatet. Das Unternehmen machte 2016 einen Umsatz von rund 39 Millionen Euro, beförderte 15 256  Kreuzfahrtpassagiere (davon 5 602 auf Flüssen) und beschäftigt derzeit „an Land“ 29 Mitarbeiter. Der Firmensitz ist an der Obernstraße.

www.plantours-partner.de

www.ms-sanssouci.de

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