Hochschule bietet Alternative

Piloten-Azubis unter Schock: Lufthansa lässt Ausbildung in Bremen auslaufen

Die von der Corona-Krise gebeutelte Lufthansa lässt die Ausbildung neuer Piloten an der Verkehrsfliegerschule in Bremen auslaufen. Die rund 700 Flugschüler wurden am Dienstag in einem Webcast dringend aufgefordert, sich einen neuen Berufsweg zu suchen und jetzt die Schule ohne finanzielle Verpflichtungen zu verlassen.

  • Laut Sprecher des Flugschulbetreibers gebe es bei Konzern-Airlines keinen Bedarf an Nachwuchspiloten.
  • Pilotengewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ möchte keine „verlorene Generation“
  • Hochschule Bremen bietet Flugschülern eine Alternative an.

Update vom 30. September: Die Zukunft der 1956 in Bremen gegründeten Verkehrsfliegerschule ist ungewiss – die Lufthansa hat in der Corona-Krise absehbar keinen Bedarf mehr an Piloten. Im Gegenteil, mehr als 1000 Piloten sollen entlassen werden. Die Ausbildung an der Schule mit 150 Mitarbeitern soll auslaufen, die 700 Schüler wurden gerade aufgefordert, sich einen neuen Job zu suchen. Am Mittwoch machte das Wissenschaftsressort den Flugschülern ein Angebot: Sie können ihre Ausbildung an der Hochschule fortsetzen.
 
Laut Senatorin Claudia Schilling (SPD) können sich die Schüler noch zum Wintersemester an der Hochschule um einen Studienplatz bewerben. Voraussetzung: Hochschulreife oder Fachhochschulreife, in einigen Studiengängen zudem Fremdsprachenkenntnisse oder Praktika. Das Angebot umfasst 20 zulassungsfreie Studiengänge sowie neun mit Losverfahren.
 
Mehr Infos auf der Homepage der Hochschule (www.hs-bremen.de, Stichwort „Studium/Studiengänge“). Bewerbungsschluss ist der 20. Oktober. Vor dem Hintergrund der „jahrelangen hervorragenden Zusammenarbeit mit der Lufthansa Aviation Training in Bremen“ sei das Studium an der Hochschule ein Angebot, den Betroffenen eine neue Perspektive zu eröffnen“, so Rektorin Prof. Dr. Karin Luckey.  

Kontakt für Pilotenschüler: Zentrale Studienberatung der Hochschule Bremen, Mail: studienberatung@hs-bremen.de, 0421/5905-2022; Christiane Krebs, 0421/5905-2214, Mail: christiane.krebs@hs-bremen.de. (gn)
 

Ursprungsartikel vom 29. September: Auf Jahre hinaus gebe es bei den Konzern-Airlines keinen Bedarf an Nachwuchspiloten, begründete ein Sprecher des Schulbetreibers Lufthansa Aviation Training (LAT) den Appell.

Die LAT fühle sich allerdings verpflichtet, die seit Monaten unterbrochene Ausbildung fortzuführen, wenn die Schüler darauf bestehen. Diejenigen, die kurz vor der Abschlussprüfung stehen, werde man noch selbst ausbilden. Für die übrigen suche man Plätze an anderen Flugschulen, kündigte der Sprecher an.

Eine Übernahme könne Lufthansa nicht garantieren, sodass die Schüler nach fünf Jahren noch Vorleistungen des Konzerns zwischen 60.000 und 80.000 Euro zurückzahlen müssten.

Keine Zukunft für Piloten: Bremer Lufthansa-Flugschüler sollen sich einen anderen Job suchen.

Pilotengewerkschaft will „keine verlorene Generation“

Die Pilotengewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ verlangte von der LAT, die Ausbildung aller Flugschüler wie zugesagt noch selbst zu leisten. „Wir wollen keine verlorene Generation“, sagte ein Sprecher. Es sei auch widersinnig, wenn der Konzern externe Dienstleister beauftrage und dafür in der Krise Geld aufwende. Nach Angaben der Pilotenvereinigung stehen von den rund 700 Schülern rund 170 kurz vor dem Abschluss.

Verkehrsfliegerschule: Entscheidung über Zukunft im November

Ob die 1956 gegründete Verkehrsfliegerschule am Flughafen Bremen mit rund 150 Beschäftigten überhaupt noch eine Zukunft hat, entscheidet sich nach Informationen aus dem Betriebsrat erst im November. Dann fällt voraussichtlich eine Entscheidung der Bundeswehr, ob ihre Piloten weiterhin in Bremen ausgebildet werden. Der Betriebsrat befürchtet eine Verlagerung des Betriebs nach Rostock-Laage.  

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Schuldt

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